Aktualisiert 16.05.2007 14:43

GPK entlastet Rita Fuhrer

Unter Regierungsrätin Rita Fuhrer (SVP) war die Personalfluktuation im Kader nicht höher als in anderen Direktionen der Zürcher Kantonsverwaltung.

Zu diesem Schluss kommt die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Kantonsrats. Die GPK hat Abklärungen zum Personalmanagement von Verwaltung und Regierung aufgenommen, nachdem Vorwürfe laut wurden, in der Volkswirtschaftsdirektion häuften sich Abgänge von Kadermitarbeitern. In den Medien und in Vorstössen im Kantonsrat war von einem eigentlichen «Exodus» die Rede.

Einen Exodus hat es gemäss GPK aber gar nicht gegeben. «Die Fluktuation in den Jahren 2004 bis 2006 war nicht signifikant höher als 2002 und 2003», als Fuhrer noch gar nicht Volkswirtschaftsdirektorin war, sagte GPK-Referentin und FDP-Kantonsrätin Gabriela Winkler am Mittwoch an einer Medienkonferenz.

Personaldaten unterschiedlich erfasst

Winkler betonte, die absolute Zahl von Personalwechseln sei nicht besorgniserregend. Wenn relativ gesehen die Volkswirtschaftsdirektion etwas schlechter abschneide, könne dies auch auf andere Faktoren als Unzufriedenheit zurückzuführen sein. Etwa auf die höhere Arbeitsplatzmobilität jener Berufsgruppen, die in der Volkswirtschaftsdirektion tätig seien.

Schwierigkeiten bei den Abklärungen bereitete der GPK indes die Datenlage: Weil die Personaldaten nicht in allen Direktionen einheitlich ins Personalmanagementsystem eingegeben werden, musste sie sich beim Vergleich der Direktionen auf ungefähre Werte stützen. Diese, so GPK-Referentin Andrea Kennel Schnider (SP), zeigten immerhin die Tendenzen auf.

Keine zu hohen Kosten

Die Abgänge im Kader der Direktion haben auch finanziell nicht übermässig zu Buche geschlagen. Die GPK hat sich explizit mit den Kosten der Fluktuation befasst, weil der Regierungsrat in Antworten auf verschiedene parlamentarische Anfragen jeweils unterschiedliche Zahlen genannt hatte.

Kennel Schnider entlastete die Regierung in diesem Punkt: Die Antworten seien alle korrekt erteilt worden, die unterschiedlichen Kostenangaben seien lediglich auf unterschiedliche Fragestellungen zurückzuführen.

«Die entstandenen Kosten sind kleiner als vermutet wurde», stellte Kennel fest. Dies liege wohl daran, dass für die Neubesetzung der Stellen keine Dienste von Headhuntern in Anspruch genommen wurden und nicht alle Stellen sofort wieder besetzt wurden.

Die Abklärungen zu den Fluktuationen in der Volkswirtschaftsdirektion haben allerdings nicht nur Regierungsrätin Fuhrer als Vorgesetzte entlastet, sondern vor allem auch Mängel, Lücken und Uneinheitlichkeiten im Personalmanagement der gesamten Verwaltung ans Licht gebracht.

Personalwesen vereinheitlichen

Das Personalamt habe als eine mit Querschnittaufgaben betraute Stelle in der Verwaltung noch immer ein schweres Leben, urteilte Winkler. Regierungsmitglieder hätten immer noch die Tendenz, als Direktionsvorsteher zu handeln statt sich einheitlicher Führungsinstrumente zu bedienen.

Die GPK empfiehlt der Regierung denn auch, seiner Personalmanagementstrategie grössere Bedeutung beizumessen und sicherzustellen, dass die daraus resultierende Massnahmen und Instrumente umgesetzt respektive implementiert werden.

Im Weiteren sei die Datenbewirtschaftung des Personalmanagements zu verbessern und verbindlich festzulegen. Nur so könnten die für eine seriöse Personalführung erforderlichen Kennzahlen auch als Führungsinstrument genutzt werden. (sda)

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