«Unbefriedigend»: GPK geht mit Corona-Management des Bundes hart ins Gericht
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«Unbefriedigend»GPK geht mit Corona-Management des Bundes hart ins Gericht

Zu Beginn der Pandemie liess der Bundesrat an Führungsqualität vermissen, befinden die Parlamentarierinnen und Parlamentarier in einem neuen Bericht. Sollte es wieder zu einer solchen Ausnahmesituation kommen, solle eine Sondertruppe übernehmen.

von
Patrick McEvily
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Die für die Untersuchung der Corona-Pandemie zuständige Geschäftsprüfungskommission des Parlaments hat am Dienstag ihren neuesten Bericht über das Corona-Management des Bundes veröffentlicht.

Die für die Untersuchung der Corona-Pandemie zuständige Geschäftsprüfungskommission des Parlaments hat am Dienstag ihren neuesten Bericht über das Corona-Management des Bundes veröffentlicht.

20min/Simon Glauser
In den Monaten Januar bis Juni 2020 habe der Bundesrat nicht immer glücklich agiert.

In den Monaten Januar bis Juni 2020 habe der Bundesrat nicht immer glücklich agiert.

20min/Simon Glauser
Einer der Hauptkritikpunkte der Parlamentarierinnen und Parlamentarier: Zwischen den einzelnen Departementen wurde nicht gut genug kommuniziert, zu viel Arbeit wurde auf das Bundesamt für Gesundheit (BAG) abgewälzt.

Einer der Hauptkritikpunkte der Parlamentarierinnen und Parlamentarier: Zwischen den einzelnen Departementen wurde nicht gut genug kommuniziert, zu viel Arbeit wurde auf das Bundesamt für Gesundheit (BAG) abgewälzt.

20min/Simon Glauser

Darum gehts

Die zuständige Geschäftsprüfungskommission (GPK) des National- und Ständerats hat am Dienstag ihren Abschlussbericht zum Pandemiemanagement des Bundes in den ersten Monaten der Corona-Pandemie veröffentlicht. Darin sparen die Parlamentarierinnen und Parlamentarier nicht mit Kritik. So habe der Bund im Zeitraum von Januar bis Juni 2020 «unbefriedigend» agiert und nicht früh genug erkannt, welches Ausmass die Pandemie annehmen könnte. Während Wochen sei unkoordiniert gearbeitet worden, viel zu viel Arbeit sei zudem auf das Bundesamt für Gesundheit (BAG) abgewälzt worden. Als Lösung schlägt die Geschäftsprüfungskommission vor, bei künftigen Pandemieausbrüchen einen Sonderstab einzusetzen.

Weitere Berichte in der Planung

Auf 133 Seiten haben die Mitglieder der Kommission die Frühphase der Pandemie noch einmal Revue passieren lassen. Dafür haben sie während rund zwei Jahren mit mehreren Entscheidungsträgern gesprochen. Besonders scharf ist die Kritik am «Gärtlidenken» innerhalb der Bundesadministration. Mehrere Departemente hätten sich aus der Verantwortung gezogen und es sei zu wenig miteinander kommuniziert worden. Negativ bewerten die Prüferinnen und Prüfer auch, dass es in den Jahren vor der Corona-Krise zu mehreren Krisenübungen kam, die einen Virusausbruch simulierten, jedoch nur wenige Erkenntnisse daraus gezogen wurden.

Elf Empfehlungen geben sie insgesamt für die Zukunft ab. Neben der Einführung eines Fachkrisenstabs, der departementsübergreifend agieren könne, fallen auch die Einführung von Handbüchern oder klarer definierte Entscheidungskompetenzen darunter. Es handelt sich beim am Dienstag publizierten Bericht um eines unter vielen Dokumenten, in denen sich das Parlament mit den vergangenen zwei Jahren Corona-Pandemie auseinandersetzt. Wie die GPK am Dienstag in einer Medienmitteilung schreibt, würden in naher Zukunft weitere Berichte erscheinen.

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Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel.  058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.chRatgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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