Bergsteiger verunfallt: GPS-Notruf von Schweizer nimmt Umweg über USA
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Bergsteiger verunfalltGPS-Notruf von Schweizer nimmt Umweg über USA

Ein Schweizer Bergsteiger stürzte Mitte Juli in Österreich ab und zog sich dabei eine Brustkorb-Verletzung zu. Sein GPS-Notruf nahm einen weiten Weg.

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bus
Das Murtal in Österreich. Hier stürzte der Schweizer Bergsteiger ab.

Das Murtal in Österreich. Hier stürzte der Schweizer Bergsteiger ab.

Kein Anbieter/Wikipedia/Rhoh

Beim Abstieg stürzte ein 40-jähriger Schweizer Bergsteiger Mitte Juli in der Nähe von Salzburg ab und zog sich dabei eine Brustkorbverletzung zu. Per GPS-Gerät konnte er ein Notruf-SMS absetzen. Doch dieser Notruf legte Zehntausende Kilometer zurück, bis er die Lebensretter erreichte.

Rettung über fünf Ecken

Der Notruf gelangte zuerst zum GPS-Hersteller in den USA, berichtet die «Kronen»-Zeitung. Ein Mitarbeiter der Firma kontaktierte dann das Aussenministerium in Wien. Von dort leitete man den Notruf schliesslich weiter an die Polizei, die wiederum die Flugrettung informierte. Diese machte sich sofort auf die Suche nach dem Verletzten. Weil aber im Einsatzgebiet dicke Wolken hingen, musste sie den Einsatz abbrechen.

Deshalb wurden schliesslich die Bergretter alarmiert. Diese wurden zum Murtörl in der Nähe der Unfallstelle geflogen, von wo aus sie zum verletzten Schweizer aufstiegen. Dort konnten die Einsatzkräfte den 40-Jährigen mithilfe von Lichtzeichen und Pfiffen schnell finden und ihn zu einer Hütte in der Nähe begleiten. Anschliessend wurde der Patient ins Spital der nahen Gemeinde Tamsweg gefahren.

«Solche GPS-Geräte sind bei uns nicht üblich»

Dass ein Alarm so einen grossen Umweg nimmt, ist für die erfahrenen Bergretter ungewöhnlich. «Solche GPS-Geräte sind bei uns auch nicht üblich», sagt Maria Riedler, Sprecherin der Salzburger Bergretter, gegenüber der österreichischen Tageszeitung. «Sie werden eher bei grossen Expeditionen verwendet.»

Dennoch würden Verletzte, die GPS-Koordinaten an ihre Helfer durchgeben können, den Einsatzkräften die Arbeit enorm erleichtern. Zwar gäbe es mittlerweile viele Apps für Smartphones, doch diese würden in den Bergen nicht überall funktionieren, weil mancherorts der Empfang fehle.

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