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MexikoGrabschen vor laufender Kamera

Während einer Live-Sendung im mexikanischen TV betatscht ein Moderator seine Arbeitskollegin. Sie beklagt sich – und wird entlassen.

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Moderatorin Tania Reza wird im Live-TV begrapscht. Als sie sich wehrt, wird sie entlassen. (Quelle: Youtube/Top 10)

Im mexikanischen Fernsehen kommt es während einer Live-Sendung zum Eklat: Der Moderator Enrique Tovar mustert seine Arbeitskollegin Tania Reza ungeniert und beginnt sie zu begrapschen. Als der Mann ihren Busen berührt, platzt Reza der Kragen. «Ich kann so nicht arbeiten. Ich gehe», sagt sie und verlässt das Studio. Der Moderator meint dazu nur grinsend: «Liebes Publikum, entschuldigen Sie meine Kollegin, ich glaube, sie ist heute ein bisschen hormonell.»

Kurz danach entlässt der Sender Televisa beide Moderatoren. Die Verantwortlichen werfen ihnen vor, die Szene nur gespielt zu haben, um Aufmerksamkeit zu erregen. Doch Tania Reza dementiert dies auf ihrem Facebook-Profil: «Sie wollen es so aussehen lassen, als sei ich in der Sache mitschuldig. Ich hoffe, die Wahrheit kommt bald ans Licht.»

Es kommt immer wieder vor

Inzwischen hat sich der mexikanische Antidiskriminierungsrat in die Affäre eingemischt: Die Behörde untersucht die Verantwortung des Senders in seiner Pflicht, «für die Sicherheit der Frauen an ihrem Arbeitsplatz zu sorgen».

Bei Live-Sendungen kommt es immer wieder zu unvorhersehbaren Situationen, bei denen Reporterinnen Opfer von sexuellen Übergriffen werden. Einige Beispiele:

• Shauna Hunt und die Hooligans

«F** her right in the p**!», rief ein Fussballfan in das Mikrofon der kanadischen Sportreporterin Shauna Hunt. Sichtlich genervt, weil sie diesen Spruch «zehnmal am Tag» hören müsse, stellte Hunt die Hooligans zur Rede. Doch die können Hunts Empörung nicht nachvollziehen und finden es sogar «f**cking funny». Weniger lustig fand es dann der Arbeitgeber von einem der Männer: Er feuerte seinen Angestellten wegen Verstosses gegen den Firmenkodex.

(Quelle: Youtube/City)

• Jeannette Reyes und der junge Küsser

Die Reporterin Jeannette Reyes berichtete live vom Arkansas-Musikfestival, als ein 15-Jähriger sie plötzlich küsste. Reyes redete einfach weiter: «Es ist alles ruhig hier, es gibt keine Vorfälle zu vermelden. Leider kann man den jungen Mann nicht festnehmen, für das, was er gerade tat.» Später zwang der Sender den Jugendlichen, sich bei Reyes zu entschuldigen.

(Quelle: Youtube/Skelaw1)

• Sabina Simonato und der Fussball-Fan

Die TV-Moderatorin Sabina Simonato ist während der Fussball-WM in Brasilien live auf Sendung, als plötzlich ein kroatischer Fussball-Fan sie küsst. Es sollte Simonatos erste Erfahrung sein – aber nicht die letzte. Nur wenige Tage später passierte ihr nochmals dasselbe mit einem portugiesischen Fan.

(Quelle: Youtube/World Cup Fans)

• Marta Nebot und der Ministerpräsident

Der ehemalige spanische Ministerpräsident José Maria Aznar steckte im Jahr 2006 der attraktiven Journalistin Marta Nebot auf ihre Frage zur baskischen Unabhängigkeitsbewegung hin einen Kugelschreiber ins Dekolleté. Der Fall löste damals eine grosse Sexismus-Debatte aus.

(Quelle: Youtube/PepeNavarroNavarro)

• Sonia Dridi und der ägyptische Mob

Dramatische Minuten erlebte die France-3-Reporterin Sonia Dridi während einer Live-Berichterstattung vom Tahrir-Platz in Kairo: Eine Gruppe Männer umzingelt die Journalistin, fasst sie an, entreisst ihr am Schluss das Mikrofon. «Ich bin von allen Seiten angegrapscht worden. Irgendwann habe ich bemerkt, dass mir jemand mein Hemd, das offen war, aber nicht zerrissen, wieder zugeknöpft hatte. Ich habe das Schlimmste verhindern können, weil ich einen dicken Gürtel getragen habe», erzählte Dridi vom Vorfall.

(Quelle: Youtube/gilinderi)

• Sue Turton und der Po-Grapscher

Die britische TV-Reporterin Sue Turton berichtete live vom Jahrhundert-Hochwasser in England, als ihr ein Passant plötzlich in den Hintern kneift. Die Journalistin erstattete Anzeige bei der Polizei. Beim Grapscher handelte es sich um einen zweifachen Familienvater (37). Die Polizei liess ihn mit einer Verwarnung wieder gehen.

(Quelle: Youtube/cheggerspop)

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