Grabstein-Rezepte als Hobby

Rezept vom Grabstein: Rosie Grant kocht die Rezepte Verstorbener, die lieber Kochtipps statt Gedenktext auf ihr Grab gravieren lassen.

Rezept vom Grabstein: Rosie Grant kocht die Rezepte Verstorbener, die lieber Kochtipps statt Gedenktext auf ihr Grab gravieren lassen.

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Total makaberDiese Frau spürt Rezepte auf dem Friedhof auf und kocht sie nach

Der letzte Wunsch kann auch das Lieblingsrezept, eingraviert auf dem eigenen Grabstein, sein. Dieses aufzuspüren und nachzukochen, ist das Hobby der US-Amerikanerin Rosie Grant.

von
Luise Faupel

Friedhöfe scheinen die neuen Food-Places zu sein: Erst kürzlich berichteten wir von Gräbern, auf denen Tomaten angepflanzt werden. Und die 33-jährige US-Amerikanerin Rosie Grant sammelt Rezepte auf Grabsteinen, um diese hobbymässig nachzukochen und auf Social Media zu teilen. 

Spritzgebäck, Obstkuchen, Frischkäse-Dips – all dies findet sich auf Wunsch von Verstorbenen eingraviert auf deren Grabsteinen auf dem Friedhof. Man muss diese nur aufspüren: 

Rosie Grant aus Takoma Park im US-Bundesstaat Maryland begann ihr etwas seltsam scheinendes Hobby im Jahr 2021, während sie ihr Studium als Bibliothekarin abschloss und ein Praktikum in einem Friedhofsarchiv absolvierte.

«Ein Grabstein bildet ab, was ein Mensch im Leben geliebt hat. Das können also auch das Kochen und jeweilige Lieblingsrezept sein», erklärt sie der US-Zeitung «Liberation» in einem Artikel anlässlich des Feiertages Allerheiligen.

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Frischkäse-Dip der verstorbenen Mutter

Im Juni 2021 erstellte Rosie im Rahmen einer Hochschulaufgabe einen Tiktok-Account. Dieser wurde von mehreren amerikanischen Medien vorgestellt und so folgen ihm inzwischen 100’000 Abonnenten. Gleich nach dem Start dieses Projekts schickten Follower Fotos von Gräbern.

«Nach einem Artikel für ‹Buzzfeed› schrieb mir eine Frau, dass auch bei ihrer Mutter ein Rezept auf dem Grab stehe. Die Frau hatte bislang gedacht, ihre Mutter sei die Einzige, die auf diese lustige Idee gekommen sei. Es hat sie berührt, dass andere Leute die gleiche Idee hatten. Sie hat mir das Frischkäse-Dip-Rezept geschickt und wir haben viel geredet», so Grant. 

Gräber junger Frauen

«Meistens handelt es sich bei den Rezept-Grabsteinen um Gräber recht junger Frauen», erzählt Rosie. Die ältesten würden aus den 1990er-Jahren stammen, daher sei es einfacher, die Zutaten zu finden, als bei Gräbern aus dem 19. Jahrhundert.

Manchmal seien die Angaben jedoch ungenau. Es habe ein Rezept für Karamell gegeben, das dazu riet, Karamell zu kochen, bis es wie ein weicher Ball aussah – aber was genau sollte das bedeuten?

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