High-Tech-Vandalismus: Graffiti-Drohne verleiht der Spraydose Flügel
Aktualisiert

High-Tech-VandalismusGraffiti-Drohne verleiht der Spraydose Flügel

Jetzt sind auch die höchsten und unzugänglichsten Mauern nicht mehr vor Graffiti und Tags sicher. Ein amerikanischer Strassenkünstler lässt die Spraydosen fliegen.

von
cho

Des Schmierfinken Freud ist des Hauseigentümers Leid: Über 40 Jahre nachdem in London die ersten Wände mit Spraydosen beschmiert wurden, will der Strassenkünstler Katsu die Sprayer-Szene revolutionieren. Der erfinderische Amerikaner funktionierte einen Quadrokopter so um, dass dieser per Fernsteuerung eine Spraydose in die Luft heben kann. Aus Hunderten Metern Entfernung lässt sich die Drohne navigieren und sogar der Sprühknopf kann per Fernsteuerung betätigt werden.

Die Galerie The Hole NYC veröffentlichte ein Video, das Katsu zeigt, wie er in luftiger Höhe Leinwände bemalt. Die Drohne hält sich dabei gut in der Luft, mit der Handhabung hapert es jedoch noch etwas. In einem Interview mit dem Magazin «Motherboard» sagte der Künstler: «Es ist, als ob ich die Drohne bloss zu 50 Prozent kontrolliere.» Dennoch lassen die kleinen Fluggeräte Sprayer-Herzen höher schlagen. Schliesslich lassen sich damit unbekannte Höhen und somit auch unzugängliche Flächen verschmieren. Die Polizei dürfte eine solche Art von Vandalismus vor neue Herausforderungen stellen.

Drohnen gegen Polizisten

In Dänemark kämpfen Polizisten bereits heute gegen Drohnen. Wie die NZZ meldet, sehen sich die dänischen Ordnungshüter im Kampf gegen den Drogenhandel mit Mini-Drohnen konfrontiert. Clevere Dealer würden kleine, mit Kameras ausgestattete Fluggeräte einsetzen, wie Torben Svarr von der Anti-Drogen-Einheit sagt: «Die Drohnen dienen wohl dazu, unsere Einsätze aufzudecken.»

Besonders rabiat sei die Drogenszene in der autonomen Siedlung Christiana, wo Polizisten bei Einsätzen oft mit Steinen oder Feuerwerkskörpern angegriffen würden. Dass Dealer mittlerweile auch auf technisch ausgereifte Geräte zurückgreifen, zeigt dem dänischen Kriminologen Kim Möller das Ausmass des Drogenhandels. Dieses Niveau sei ungewöhnlich für Europa und lasse sich mit der organisierten Kriminalität in südamerikanischen Armenvierteln vergleichen.

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