Aktualisiert 18.04.2020 12:56

Weltkriegsgranate in Basel geborgen

«Muss annehmen, dass Sprengkörper instabil ist»

In Basel wurde bei Baggerarbeiten am Freitagabend eine Granate entdeckt. Die Polizei hatte daraufhin das Gebiet weiträumig abgesperrt.

von
mon/lha
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Wie ein Leser-Reporter berichtet, wurde am Rhein-Ufer bei Basel am Freitag eine Granate gefunden.

Wie ein Leser-Reporter berichtet, wurde am Rhein-Ufer bei Basel am Freitag eine Granate gefunden.

Leser-Reporter
Die Polizei bestätigt den Einsatz.

Die Polizei bestätigt den Einsatz.

Leser-Reporter
Wie es in einer Mitteilung heisst, hat die Kantonspolizei Basel-Stadt am Freitagabend die Grenzacherstrasse zwischen Allmendstrasse und Solitude sowie – unterstützt von der Polizei Basel-Landschaft – das Birsköpfli auf der gegenüberliegenden Rheinseite bis gegen Mitternacht sperren müssen.

Wie es in einer Mitteilung heisst, hat die Kantonspolizei Basel-Stadt am Freitagabend die Grenzacherstrasse zwischen Allmendstrasse und Solitude sowie – unterstützt von der Polizei Basel-Landschaft – das Birsköpfli auf der gegenüberliegenden Rheinseite bis gegen Mitternacht sperren müssen.

Leser-Reporter

Ein Blindgänger aus dem Ersten Weltkrieg hat am Freitagabend in Basel einen grösseren Polizeieinsatz ausgelöst. Die Granate wurde bei Bauarbeiten an der Grenzacher-Promenade nahe des Rheinufers entdeckt. «Plötzlich hatten die Bauarbeiter die Granate ausgegraben. Das war schon seltsam und beängstigend», berichtete am Freitagabend ein Leser-Reporter, der vor Ort war.

Die Polizei sei aber schnell eingetroffen, so der Leser: «Wegen akuter Explosionsgefahr haben sie das Gebiet grossräumig abgesperrt und uns weggeschickt.» Die Kantonspolizei Basel-Stadt sperrte in der Folge die Grenzacherstrasse zwischen Allmendstrasse und Solitude sowie – unterstützt von der Polizei Basel-Landschaft – das Birsköpfli auf der gegenüberliegenden Rheinseite bis Mitternacht.

Am Samstagvormittag wurde das explosive Weltkriegs-Relikt von den Fachspezialisten des Kommandos KAMIR (Fachstelle für Kampfmittelbeseitigung und Minenräumung der Schweizer Armee) erfolgreich geborgen und abtransportiert. Dafür wurde die Grenzacherstrasse ab 8 Uhr morghens für dreieinhalb Stunden gesperrt. Auch das gegenüberliegende Birsköpfli auf der anderen Seite des Rheins wurde vorsorglich gesperrt. Bewohner der benachbarten Liegenschaften wurden angewiesen, dass sie rheinseitig die Fenster geöffnet und die Läden geschlossen halten sollen.

«Muss davon ausgehen, dass sie instabil sind»

Die Fachspezialisten des Kommandos KAMIR gehen von einem Sprenggeschoss deutscher Herkunft aus dem Ersten Weltkrieg aus. Die Länge beträgt etwa 65 Zentimeter und der Durchmesser ist 18 Zentimeter, heisst es in der Mitteilung weiter. «Grundsätzlich muss man immer davon ausgehen, dass solche Sprengkörper instabil sind», sagt Armeesprecher Daniel Reist über die Gefahr, die von solchen Blindgängern ausgeht. Wie explosiv die Granate tatsächlich noch ist, wird nun im KAMIR-Hauptquartier in Spiez untersucht.

Funde von Blindgängern aus den Weltkriegen sind für die Schweiz eher unüblich, blieb das Land von Kriegshandlungen doch weitgehend verschont. Laut Reist kam es aber auch schon in der Bodensee-Region zu solchen Funden.

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