Grandioser Sieg von Fabian Cancellara

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Grandioser Sieg von Fabian Cancellara

Ein Sieg für die Geschichtsbücher. Auf den letzten Metern überraschte der Schweizer im gelben Trikot die etablierten Sprinter und sicherte sich den Sieg.

Damit baute der Berner seine Führung in der Gesamtwertung aus. 33 Sekunden liegt Cancellara nun vor Andreas Klöden (De). Mit der Brechstange setzte sich der Paris-Roubaix-Gewinner von 2006 ausgerechnet in Compiègne, dem Startort von Paris - Roubaix, durch. Cancellara setzte auf dem letzten Kilometer vier zu diesem Zeitpunkt an der Spitze liegenden Flüchtlingen nach, und wenn das 26-jährige Berner Kraftwerk einmal in Fahrt ist, dann ist es kaum mehr zu stoppen. Cancellara holte das Quartett ein, und er behauptete sich auf den letzten Metern auch gegen das Feld. So feierte er seinen dritten Erfolg in der Tour de France. Bisher hatte er zweimal im Prolog triumphiert. 2004 in Lüttich und zuletzt am Samstag in London.

Die mit 236,5 km längste Etappe der laufenden Tour war vor der spannenden Schlussphase eine Bummelfahrt. Mit über einer Stunde Rückstand auf die langsamste Marschtabelle traf der Tross im Ziel ein. Doch das brauchte Fabian Cancellera nicht zu kümmern. Er sitzt nun fester im Leader-Sattel denn je.

Wie schon an den beiden ersten Tagen hatte sich wieder eine frühe Fluchtgruppe gebildet, die während vielen Kilometern vor dem Feld pedalte. Die beiden Franzosen Nicolas Vogondy und Mathieu Ladagnous hatten sich schon nach sieben Kilometern verabschiedet, doch das Feld hielt das Duo immer an der langen Leine und gewährte den Ausreissern lediglich einen maximalen Vorsprung von 13 Minuten. Die beiden Franzosen liessen es deshalb bald einmal gemütlicher angehen, was aber zur Folge hatte, dass auch im Feld langsamer gefahren wurde. Erst 60 km vor dem Ziel rüttelten der Franzose Stéphane Augé und der Belgier Frederik Willems mit einer Attacke an der Lethargie im Feld. Die beiden schlossen acht Kilometer später zu den beiden Spitzenfahrern auf. Im Feld reagierte man sehr spät. Es schien, dass die vier Flüchtlinge durchkommen könnten. Aber zumindest Cancellara reagierte mit seiner Attacke auf dem letzten Kilometer noch rechtzeitig.

Der Strassenweltmeister freute sich entsprechend über seinen ersten Sieg in einer richtigen Etappe der Tour de France: «In einer Karierre gibt es nicht oft solche Gelegenheiten. Ich bin sehr stolz auf dieses Resultat.»

In der Etappe vom Mittwoch, dem vierten Teilstück von Villers-Cotterêts nach Joigny, führt die Strecke erstmals über etwas hügeligeres Gelände. Dennoch könnte es am Ende nochmals eine Gelegenheit für die Sprinter geben.

Tour de France. 3. Etappe, Waregem/Be - Compiègne (236,5 km):

1. Fabian Cancellara (Sz), 6:36'15''

2. Erik Zabel (De)

3. Danilo Napolitano (It)

4. Tom Boonen (Be)

5. Robert Hunter (SA)

6. Robert Förster (De)

7. Robbie McEwen (Au)

8. Bernhard Eisel (Ö)

9. Mark Cavendish (Gb)

10. Heinrich Haussler (De).

Ferner:

28. Martin Elmiger (Sz), alle gleiche Zeit.

Gesamtklassement:

1. Cancellara

2. Andreas Klöden (De) 0:33

3. David Miller (Gb) 0:41

4. George Hincapie (USA) 0:43.

5. Bradley Wiggins (Gb), gleiche Zeit.

6. Wladimir Gussew (Russ) 0:45.

(si)

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