Gratis-Ecke muss schliessen, weil zu viel Schrott deponiert wurde

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Aarburg AGGratis-Ecke muss dichtmachen, weil zu viel Schrott deponiert wurde

Bei der Gratis-Ecke in Aarburg AG konnten Anwohnerinnen und Anwohner Gegenstände austauschen. Doch einige Leute fingen an, sie als Mülldeponie zu missbrauchen. 

von
Gabriela Rullo
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Bei der Gratis-Ecke darf neuerdings nichts mehr abgeladen werden. 

Bei der Gratis-Ecke darf neuerdings nichts mehr abgeladen werden. 

Anette Gutschier
Der Platz war in den letzten Jahren ein beliebter Ort des Austauschens. 

Der Platz war in den letzten Jahren ein beliebter Ort des Austauschens. 

20min/gab
Der Gründer der Gratis-Ecke hat diese nun definitiv geschlossen, weil sie von einigen Leuten als Mülldeponie missbraucht wurde. 

Der Gründer der Gratis-Ecke hat diese nun definitiv geschlossen, weil sie von einigen Leuten als Mülldeponie missbraucht wurde. 

Google Maps

Darum gehts

  • Förster Jörg Villiger (59) rief vor acht Jahren die Gratis-Ecke in Aarburg AG ins Leben. 

  • Bis vor kurzem funktionierte der Austausch von Gegenständen problemlos.

  • Zuletzt musste Villiger jedoch vermehrt liegen gebliebene Gegenstände selber entsorgen und entschied sich deshalb, die Gratis-Ecke zu schliessen. 

An der Gratis-Ecke in Aarburg AG wurde Gegenständen bis vor kurzem ein zweites Leben geschenkt: Wer für seine Möbelstücke, Kleider oder Spielsachen keine Verwendung mehr hatte, konnte die Sachen dort deponieren, damit sie einen neuen Besitzer finden. «Meine Weihnachtsdeko habe ich beispielsweise von der Gratis-Ecke», erzählt Anwohnerin Anette Gutschier (36). «Sie war wie unser Tutti.ch ohne Internet.» Wer etwas abstellte, musste dem Förster Bescheid geben und es nach zwei Wochen wieder abholen, falls bis dahin kein Abnehmer gefunden wurde.

Hast du schon mal etwas gratis von der Strasse nach Hause mitgenommen?

Acht Jahre lang wurden diese Regeln gut befolgt. Doch seit diesem Jahr sei die Gratis-Ecke immer wieder missbraucht worden, sagt Förster Jörg Villiger (59), der den Mini-Marktplatz damals ins Leben gerufen hatte: «Gewisse Leute hatten das Gefühl, sie können ihn als Entsorgungsecke brauchen.»

Entstehungsgeschichte

Die Idee zur Gratis-Ecke kam Villiger, nachdem ein Kunde sein Holz nicht bezahlen konnte. Villiger nahm von dem Mann ein Pfand entgegen, darunter mehrere Kajaks. Dies in der Hoffnung, dass er seine Schuld zu einem späteren Zeitpunkt begleichen kann. «Trotz jahrelangem Warten kam aber keine Zahlung. Die Kajaks fingen bei mir nur Staub auf. Da habe ich sie mit einem Gratis-Schild an die Ecke gestellt. Und so entstand die Gratis-Ecke», erzählt Villiger.

Die Gratis-Ecke befindet sich auf dem Grund des Forstwerkhofs, grenzt aber an eine öffentliche Strasse. Es dürfen deswegen keine Kameras aufgestellt werden. Der Förster und sein Arbeitskollege mussten nun selber die liegen gebliebenen Gegenstände entsorgen: «Das hat uns Arbeitszeit und 300 Franken für die Entsorgung gekostet. Dabei sind wir ein unabhängiger Forstbetrieb und erhalten keine Steuergelder von der Gemeinde.» Folglich entschied sich Villiger, die Gratis-Ecke definitiv zu schliessen.

«Es waren wahrscheinlich nur zwei, drei Leute, die hier Sachen entsorgten, aber wegen diesen wenigen verschwindet jetzt eine gute Sache», fügt der Förster hinzu. In einem Gruppenbeitrag auf Facebook äusserte Gutschier ihre Enttäuschung. Eine Facebook-Userin antwortete darauf: «Ich finde es sehr schade, dass eine solche Superidee nicht funktioniert hat.» 

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