Gratis-Internet bringt Telcos ins Schwitzen
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Gratis-Internet bringt Telcos ins Schwitzen

Seit über einem Jahr kann in vielen Schweizer Grossstädten gratis im Internet gesurft werden – und es sollen immer mehr werden. Für Telcos bedeutet dies nichts Gutes.

Über so genannte WLAN-Hotspots kann man sich in vielen Schweizer Städte gratis einen Zugang ins Internet schaffen. Bereits im Mai 2006 startete die Stadt Luzern mit diesem Konzept, Ende vergangenen Jahres folgten Winterthur und St. Gallen. Nun wollen immer mehr Schweizer Städte und Gemeinden eine flächendeckende Internet-Abdeckung für ihre Bewohner errichten, schreibt die Online-Ausgabe der NZZ am Freitag. Finanzieren soll sich das Ganze mit Werbung.

Internet bedeutet mehr als nur surfen

Ein Zugang ins Internet beinhaltet heute viel mehr als surfen: Seit einiger Zeit wird über das Netz bekanntlich telefoniert und ferngesehen – und immer mehr Benutzer wechseln zu dieser kostenbewussten auf dem Internet basierten Art der Telefonie.

Was meinen die grossen Telekom-Anbieter dazu?

Während noch am Anfang die IP-Telefonie bei den meisten Internet-Providern unbeachtet wurde, bieten heute fast alle Beteiber diese Dienstleistung an. Für Kunden mit WLAN-fähigen Computern, könnte das bedeuten, dass sie bald nicht nur auf ein teures Internet-Abonnement verzichten könnten, sondern auch auf ihre Telekom-Anbieter.

«Uns beunruhigt diese Tendenz nicht besonders», wird Sunrise-Sprecher Konrad Stokar auf «nzz.ch» zitiert. Der Kunde müsse ja lästige Werbung über sich ergehen lassen und öffentliche Netze würden ausserdem gewisse Sicherheitsrisiken mit sich bringen.

Cablecom-Sprecher Hugo Wyler gab an, dass in der Branche bereits über eine kostenlose Internet-Übertragung debattiert wird. Das sei aber keine Bedrohung fürs Geschäft. Wyler vergleicht die Situation mit jener in der Medienlandschaft: «Es wird sich zeigen, ob eine Verdrängung oder eine Ausdifferenzierung eintreten wird.» So oder so, meint Wyler, würden die Preise weiter sinken.

Bei Swisscom überlegt man sich ebenfalls als Anbieter aufzutreten – in Winterthur wird bereits diskutiert, ob sich der Telekom-Riese im WLAN-Geschäft beteiligt.

Telekomanbieter sind jetzt gefordert

Auf Anfrage von 20minuten.ch warnte Mobile Technics Geschäftsführer Alex Sollberger: «Die grossen Telefonanbieter sind jetzt gefordert, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.»

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