Aktualisiert 23.04.2010 11:15

Google

Gratis Navigation für iPhone & Co.

Hierzulande müssen Smartphone-User für Navigations-Apps tief in die Tasche greifen. Damit könnte schon bald Schluss sein.

von
mbu
Für TomTom & Co. wirds langsam aber sicher eng: Die kostenslose Navigationslösung Google Maps Navigation Beta soll auf verschiedene Handyplattformen kommen.

Für TomTom & Co. wirds langsam aber sicher eng: Die kostenslose Navigationslösung Google Maps Navigation Beta soll auf verschiedene Handyplattformen kommen.

Google-Mitarbeiter Steve Lee hat gegenüber dem IT-Newsportal techradar.com verraten, dass Google daran arbeitet, die kostenlose Navigationslösung Google Maps Navigation Beta auch auf anderen Plattformen wie etwa Windows Mobile implementieren zu können. Bislang war ihr Gratis-Navi nur im Android Market in den USA verfügbar. Direkt angesprochen auf das iPhone meinte Lee: «Wir arbeiten eng mit Apple zusammen, können aber nicht mehr dazu sagen.»

Zudem wurde bekannt, dass der Suchmaschinenriese mit seinem kostenlosen Navigationsdienst inzwischen den Schritt nach Europa vollzogen hat. Nun kommen auch Android-User (ab Version 1.6) in Grossbritannien und Irland zum Handkuss. Wann die App hierzulande verfügbar sein wird, wurde noch nicht kommuniziert.

Das Geschäft mit dem Kartenmaterial boomt

Immer mehr Unternehmen drängen in den Markt mit dem mobilen Kartenmaterial und machen den klassischen Anbietern die Kundschaft streitig. Erst im Januar wurde bekannt, dass Nokia, der weltgrösste Handyhersteller, seine Navigationssoftware Ovi Maps gratis zur Verfügung stellt (20 Minuten Online berichtete). Der Clou an der Sache: Das Kartensystem umfasst mehr als 180 Länder und kann bequem im Vorfeld auf dem Smartphone installiert werden, so dass die Navigation auch im Offline-Modus möglich ist. Kosten für den Datentransfer übers Mobilfunknetz fallen dadurch keine an. Schon jetzt funktioniert Ovi Maps auf zehn Nokia-Handys, weitere sollen folgen.

Auch Apple plant offenbar ins Navi-Geschäft einzusteigen. Im vergangenen Oktober ist bekannt geworden, dass Apple bereits im Juli den Kartenanbieter PlaceBase übernommen hatte. Firmengründer Jaron Waldman wurde Chef eines internen Geo-Teams. Computerworld-Blogger Seth Weintraub vermutete schon damals, dass Apple sich dank des Kartenmaterials von PlaceBase von Google Maps befreien will, welches das Unternehmen auf iPhone und iPod touch nutzt. Apple hat sich bislang nicht öffentlich zum Thema geäussert.

Die Luft wird dünner

Für klassische Navi-Anbieter wie TomTom, Garmin und Navigon könnte die Luft langsam aber sicher dünn werden. Sie erzielen den Grossteil der Einnahmen durch den Verkauf von eigenen Satellitennavigations-Geräten. Diese werden aber in Hinblick auf die Navi-Offensive der Handyhersteller über kurz oder lang überflüssig. TomTom und Navigon haben deshalb die Flucht nach vorne angetreten und bieten etwa fürs iPhone eigene Programme an, die im App Store gekauft werden können. Sie machen damit aus Apples Smartphone ein hochwertiges Navigationsgeräte. Ein Vergleichstest von 20 Minuten Online zeigte, welches der zwei Unternehmen mit ihrer iPhone-Navi die Nase vorn hat.

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