Vorstoss im Parlament – Gratis-ÖV für Gäste soll Berner Tourismus aus der Corona-Krise führen
Publiziert

Vorstoss im Parlament Gratis-ÖV für Gäste soll Berner Tourismus aus der Corona-Krise führen

Sieben Grossräte haben eine Motion für Gästefahrkarten eingereicht. Damit wäre der öffentliche Verkehr für Besuchende im ganzen Kanton Bern kostenlos.

von
Zoé Stoller
1 / 5
Politiker der Parteien SP, FDP, EVP, Grüne, Die Mitte, glp und SVP haben eine Motion eingereicht.

Politiker der Parteien SP, FDP, EVP, Grüne, Die Mitte, glp und SVP haben eine Motion eingereicht.

Tamedia / BOM 
Sie wünschen sich eine Gästekarte für Touristinnen und Touristen.

Sie wünschen sich eine Gästekarte für Touristinnen und Touristen.

20min/Simon Glauser
Mit einer solchen Karte könnten Gäste im Kanton Bern grossflächig kostenfrei den öffentlichen Verkehr nutzen.

Mit einer solchen Karte könnten Gäste im Kanton Bern grossflächig kostenfrei den öffentlichen Verkehr nutzen.

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • In gewissen Tourismuskantonen können Gäste gratis Zug, Bus und Schiff fahren.

  • Nun soll laut einer Motion auch der Kanton Bern nachziehen.

  • Damit würde die Tourismusattraktivität des Kantons gefördert werden.

Im Kanton Tessin können Hotel-, Jugendherbergen- und Campingplatzgäste den öffentlichen Verkehr gratis nutzen. Im Kanton Graubünden werden nun ähnliche bereits bestehende Gästekarten weiterentwickelt. Nun haben Mitglieder der Parteien SP, FDP, EVP, Grüne, Die Mitte, glp und SVP eine Motion für ein vergleichbares Touristenangebot im Kanton Bern eingereicht.

«Touristinnen und Touristen würden in ihrer Unterkunft einen digitalen Pass als Gästekarte erhalten, mit welchem sie zum Beispiel den öffentlichen Verkehr im Feriengebiet grossflächig kostenfrei oder verbilligt nutzen könnten», erklärt Urs Graf (SP), Sprecher der Initianten. Es gibt bereits ein vergleichbares Angebot, das jedoch nur für einzelne Gebiete, meist innerhalb einer Gemeinde, gilt. «Der Raum würde mit dieser neuen Version der Gästekarte viel grösser werden. Ausserdem wären die Destinationen im Kanton verstärkt miteinander vernetzt», sagt Graf weiter.

«Wir müssen konkurrenzfähig werden»

Finanziert würden die speziellen Reisepässe gemäss Motion durch Beherbergungsabgaben und durch die teilweise Umleitung von Kurtaxenerträgen. Zusätzlich sei eine Mitfinanzierung über das Tourismusentwicklungsgesetz denkbar.

«Wir müssen konkurrenzfähiger werden. Wenn im Tessin, in Teilen Graubündens und in Schwarzwald der öffentliche Verkehr für Gäste gratis ist, muss der Kanton Bern nachziehen und ebenfalls ein derartiges Angebot stellen», so Graf. Nicht nur das verbesserte Marketing sei eine positive Folge der Gästekarte. Touristinnen und Touristen würden damit ermutigt, den öffentlichen Verkehr statt das Auto zu benutzen, was die Klimaschutzbemühungen unterstütze. Zudem werde die Motivation für eine längere Aufenthaltsdauer der Gäste im Kanton Bern gesteigert.

Grundsätzlicher Zuspruch des Regierungsrates

Der Regierungsrat befürwortet die Idee grundsätzlich. Besonders, weil der Tourismus mit der Corona-Pandemie einen massiven Einbruch erlitten habe, sei der Erhalt und Ausbau der internationalen Wettbewerbsfähigkeit für die gesamte Tourismusbranche entscheidend. Nur so könnten die Destinationen und Leistungsträger von einem zukünftigen Aufschwung effektiv profitieren, wie es in der Antwort des Regierungsrates heisst.

Bei der Finanzierung hat er jedoch Einwände. Die Tourismusabgaben könnten beispielsweise nicht für die Einführung von Gästekarten eingesetzt werden, da deren Ertrag gemäss dem Tourismusentwicklungsgesetz zweckgebunden für die Marktbearbeitung eingesetzt werden muss. Entscheidend sei des Weiteren die geografische Eingrenzung und eine nötige Prüfung davon, welche Leistungen für welche Regionen sinnvoll seien. Für den Regierungsrat ist unklar, ob die kantonsweite Gültigkeit einer Gästekarte einem Marktbedürfnis entspricht. Schliesslich müssten regionale und Gemeindekarten, die bereits im Umlauf sind, aus dem Verkehr gezogen werden.

Aktivier jetzt den Bern-Push!

Nur mit dem Bern-Push von 20 Minuten bekommst du die aktuellsten News aus der Region Bern, Freiburg und Solothurn blitzschnell auf dein Handy geliefert.

Und so gehts: In der 20-Minuten-App tippst du rechts unten auf «Cockpit». Dort auf «Mitteilungen» und dann «Weiter». Dann markierst du bei den Regionen «Bern», tippst noch einmal «Weiter» und dann «Bestätigen». Voilà!

Etwas gesehen, etwas gehört?

Schick uns deinen News-Input!

Speichere unseren Kontakt im Messenger deiner Wahl und sende spannende Videos, Fotos und Dokumente schnell und unkompliziert an die 20-Minuten-Redaktion.

Handelt es sich um einen Unfall oder ein anderes Unglück, dann alarmiere bitte zuerst die Rettungskräfte.

Die Verwendung deiner Beiträge durch 20 Minuten ist in unseren AGB geregelt: 20min.ch/agb

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

5 Kommentare