Ping: Gratis-SMS-Dienst lässt Telcos kalt
Aktualisiert

PingGratis-SMS-Dienst lässt Telcos kalt

Der SMS-Killer fürs iPhone berührt die Schweizer Telekom-Provider nicht. Die Gefahr einer Gewinneinbusse schätzen sie als zu gering ein.

von
Manuel Bühlmann

Mit der neuen Gratis-App Ping können iPhone-Kunden untereinander kostenlos SMS verschicken (20 Minute Online berichtete). Bei der Swisscom nimmt man die neue Konkurrenz gelassen: «Ping dürfte nur für einen sehr eingeschränkten Kundenkreis interessant sein, da sowohl der Absender als auch der Empfänger zwingend über ein iPhone verfügen müssen und das Programm zusätzlich auf beiden Geräten installiert sein muss», sagt Swisscom-Sprecher Carsten Roetz auf Anfrage von 20 Minuten Online.

Sieben Millionen SMS pro Tag

Die Erfahrung zeige, dass die Einfachheit der SMS nach wie vor zu überzeugen vermag: «Pro Tag werden alleine im Swisscom-Netz um die sieben Millionen SMS verschickt», ergänzt Roetz. Dem mobilen E-Mail-Verkehr wird mehr Bedeutung beigemessen als Programmen wie Ping: «E-Mails auf dem Handy sind eine ganz andere Geschichte, da Empfang und Versand auf verschiedenen Geräten funktionieren», so der Unternehmenssprecher.

Kein Handlungsbedarf

Beim Konkurrenten Orange stuft man das Gefahrenpotenzial, das von Ping aus geht, ebenfalls als sehr gering ein: «Wir sehen diese Applikation nicht als Substitution von SMS, da sie nur das von iPhone zu iPhone funktioniert», sagt Pressesprecherin Marie-Claude Debons. Im Schnitt sollen Orange-Kunden 3 bis 4 SMS am Tag verschicken.

Auch den VoIP-Dienst Skype, mit welchem sich gratis übers iPhone telefonieren lässt, hat sich offenbar nicht negativ auf den Geschäftsgang ausgewirkt: «Sicherlich gibt es ein paar Kunden, die mit Skype im WLAN auf dem iPhone telefonieren. Zahlenmässig spüren wir die jedoch kaum», erklärt Roetz. Bei den Telekom-Providern in Deutschland begegnet man Apps, die das eigene Angebot untergraben, weniger gelassen. So wurde etwa Skype auf dem iPhone gleich von Beginn an blockiert. Offenbar war die Angst vor drohenden Gewinneinbussen zu gross.

Hierzulande bleiben die Telekom-Provider aber gelassen. Weder die Swisscom noch Orange wollen Ping blockieren. Ob an dieser Entscheidung auch künftig festgehalten wird, wenn ähnliche Apps auf weiteren Geräten angeboten werden, wird sich zeigen.

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