Gratiszeitungen bringen Edipresse unter Druck
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Gratiszeitungen bringen Edipresse unter Druck

Die Westschweizer Boulevard-Zeitung «Le Matin» wird umgebaut. Gleichzeitig werden sechs Journalisten entlassen. Unter dem Druck von zwei Gratiszeitungen will der Verlag Edipresse die Tageszeitung neu positionieren.

Die Redaktion wurde am Montag über die Restrukturierung informiert. «Man hat uns erklärt, dass die Zeitung ein Image- Problem habe. Immer mehr werde sie mit den Gratisblättern verwechselt. Deshalb müsse sich 'Le Matin' von diesen abheben», sagte Christophe Fovanna, Präsident der Redaktoren-Vereinigung des «Matin», auf Anfrage der SDA.

Anscheinend sei der Umbau, von dem die Sonntagsausgabe «Le matin dimanche» nicht betroffen ist, kein Auftakt für die Fusion mit der Edipresse-Gratiszeitung «Le Matin bleu», sagte Fovanna weiter. «Das Gegenteil ist der Fall.»

Änderungen gibt es auch in der Redaktionsleitung. Peter Rothenbühler bleibt Chefredaktor. Seine Stellvertreter Denis Pittet und Jean-Pierre Gattoni räumen ihre Posten für Michel Jeannerat und Ariane Dayer, der ehemaligen Chefredaktorin des welschen Wochenmagazins «L'Hebdo».

Mit den sechs Entlassungen sinkt die Zahl der Journalisten beim «Matin» von 87 auf 81. Betroffen seien alle Redaktionsteile, sagte Fovanna. Die Redaktion stehe unter Schock. Im Vergleich zu anderen Edipresse-Titeln wie «24 Heures» und «Tribune de Genève» sei der «Matin» bisher aber bei Reorganisationen relativ glimpflich davon gekommen. (sda)

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