Flüchtlingsansturm: Graubünden eröffnet sechs neue Asylzentren
Aktualisiert

FlüchtlingsansturmGraubünden eröffnet sechs neue Asylzentren

Alle Kantone kämpfen mit dem immensen Zuwachs an Flüchtlingen – so auch das Bündnerland. Die neuen Zentren bieten Unterschlupf für jeweils siebzig bis hundert Personen.

von
nab
In diesem Stil sollen die Zentren daher kommen: Asylzentrum auf dem Lukmanier Pass bei Medel in Graubünden.(Archiv)

In diesem Stil sollen die Zentren daher kommen: Asylzentrum auf dem Lukmanier Pass bei Medel in Graubünden.(Archiv)

Auch der Kanton Graubünden kämpft mit den wachsenden Flüchtlingsströmen. Seit Anfang Jahr sind im Bergkanton neben den sechs bestehenden sieben neue Zentren eröffnet worden – eines gar von Privaten. Weitere Zentren werden folgen.

«Der Flüchtlingsstrom ist eine echte Herausforderung», sagte Georg Carl, Abteilungsleiter Asyl beim Bündner Migrationsamt, zu Berichten in Bündner Tageszeitungen. Die Behörde laufe am Anschlag. Die Situation sei schwierig, aber bewältigbar.

Um die Flüchtlinge und Asylsuchenden unterbringen zu können, hat der Kanton allein dieses Jahr sechs neue Zentren mit Kapazitäten für jeweils siebzig bis hundert Personen eröffnet. Einige Zentren bleiben permanent, andere sind temporär und werden nach einigen Monaten wieder aufgehoben.

Private stellen Asylzentrum auf die Beine

Zu den sechs kantonalen Zentren gesellt sich nächste Woche ein gänzlich privat aufgezogenes Asylzentrum für sechzig Personen in Valchava im abgelegenen Münstertal. Der Besitzer eines Ferienlagerhauses bot es dem Kanton als temporäre Unterkunft von Dezember bis April an.

Der Kantons schlug zu. Für den Betrieb wird der Anlagenbesitzer selber sorgen. In einigen wenigen Bereichen bekommt er Unterstützung von Fachleuten des Migrationsamtes. «Wir sind gespannt, wie sich dieses Modell bewährt», sagte Asyl-Abteilungsleiter Carl. Mit Problemen rechne er aber nicht.

Ebenfalls nächste Woche wird ein Asylzentrum für siebzig Personen in Andeer im Schams eröffnet. Für maximal sechs Monate wird eine Zivilschutzanlage bezogen. Carl geht davon aus, dass die beiden neuen Zentren innert zwei Wochen ausgelastet sein werden. Ein weiteres temporäres Zentrum war im Herbst in Davos eröffnet worden.

Vier neue permanente Zentren

Permanente Zentren gingen dieses Jahr in Laax im Bündner Oberland, in Domat/Ems im Churer Rheintal und in Litzirüti im Schanfigg auf. Bis auf Laax, wo der Kanton ein altes Hotel kaufte, wurden unterirdische Zivilschutzanlagen umgenutzt. Und im Sommer wurde ein stillgelegtes Zentrum in einer Churer Luftschutzanlage reaktiviert.

In nächster Zeit werden laut Carl weitere Zentren dazukommen. Wo und wann, wollte der Mann vom Migrationsamt noch nicht sagen.

Bei den bisherigen sechs Zentren handelt es sich um das Erstaufnahmezentrum in Chur mit 180 Plätzen, um die Transitzentren in Cazis im Hinterrheintal und in Schluein im Bündner Oberland mit je achtzig Plätzen und um das Transitzentrum Laret in Davos mit 120 Plätzen. Dazu kommt das Ausreisezentrum Valzeina im Prättigau und das Minimalzentrum Waldau in Landquart mit 18 Plätzen.

Die Flüchtlinge stammen zurzeit vor allem aus Eritrea und aus Afghanistan. Syrien werde da von Medien und der Bevölkerung völlig überschätzt, erklärte Carl. Von dort kämen nur rund zwanzig Prozent der Flüchtlinge. (nab/sda)

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