Coronavirus-Massnahmen: Graubünden will alle Restaurants für mindestens zwei Wochen schliessen
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Coronavirus-MassnahmenGraubünden will alle Restaurants für mindestens zwei Wochen schliessen

Die Restaurants im Kanton Graubünden machen am Freitag für zwei Wochen zu. Das steht in einem internen Schreiben, das 20 Minuten vorliegt.

von
Raphael Knecht
Sandro Spaeth
Barbara Scherer
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Im Kanton Graubünden machen die Restaurants am Freitag für zwei Wochen zu.

Im Kanton Graubünden machen die Restaurants am Freitag für zwei Wochen zu.

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 Das steht in einem internen Schreiben des Departements für Volkswirtschaft und Soziales Graubünden, das 20 Minuten vorliegt.

Das steht in einem internen Schreiben des Departements für Volkswirtschaft und Soziales Graubünden, das 20 Minuten vorliegt.

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Ausgenommen sind Restaurants im Kanton, die in hoteleigenen Betrieben die Gäste bewirten. 

Ausgenommen sind Restaurants im Kanton, die in hoteleigenen Betrieben die Gäste bewirten.

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Darum gehts

  • Restaurants im Kanton Graubünden müssen schliessen.

  • Die Regel gilt ab Freitagabend und vorerst für zwei Wochen.

  • Laut einem Gastronom führt die kurzfristige Schliessung zu Foodwaste.

Der Regierungsrat des Kantons Graubünden hat verschärfte Coronavirus-Massnahmen beschlossen: Ab Freitag um 23 Uhr bleiben alle Restaurants im Kanton geschlossen. Die Regelung soll vorerst für 14 Tage gelten. Das steht in einem internen Schreiben des Departements für Volkswirtschaft und Soziales Graubünden, das 20 Minuten vorliegt.

Weder Kanton noch der Bündner Gastro-Verband wollen sich auf Anfrage zum Schreiben äussern. Vonseiten Kantons wird darauf verwiesen, dass am Freitag eine Medienkonferenz zu den Massnahmen stattfinde. Weitere Branchenvertreter bestätigen allerdings den Eingang des Schreibens gegenüber 20 Minuten.

Ausgenommen sind Restaurants im Kanton, die in hoteleigenen Betrieben die Gäste bewirten. Lieferung und Verteilung von Lebensmitteln nach Hause sowie Take-Away am Schalter sind bis 22 Uhr ebenfalls weiterhin gestattet. Unternehmen, die gemäss Härtefallverordnung des Bundes besonders betroffen sind, werden vom Kanton finanziell unterstützt, heisst es in der Vorinformation an die Gastrobetriebe. Diese Beträge müssen nicht zurückgezahlt werden. Zudem haben alle betroffenen Betriebe Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung.

Grund für die Entscheidung ist laut dem Schreiben, dass die Fallzahlen im Kanton entweder weiter steigen oder auf hohem Niveau stabil sind. Zudem betrage die Reproduktionszahl im Schnitt 1.02 – die vierthöchste Reproduktionszahl der Schweiz.

«Kurzfristig und spät»

Ein Gastro-Vertreter aus dem Kanton Graubünden sagt im Gespräch mit 20 Minuten, er sei am Donnerstag über die Massnahme vorinformiert worden: «Der Entscheid kommt kurzfristig und er kommt spät.» Dieses Wochenende beginnt ausgerechnet die Skisaison. Um die Fallzahlen runterzubringen hätte der Kanton eine Schliessung besser schon im touristisch nicht sehr bedeutenden Monat November verfügen sollen.

Die Kurzfristigkeit ist für die Branche ein Problem und wird zu Foodwaste führen: «Jetzt haben wir nur noch zwei Tage Zeit, um Lebensmittel zu verbrauchen. Wir werden einen Teil der Frischprodukte wegwerfen müssen.»

Strenge Regeln für Beizen in Skigebieten

Der Bundesrat will die Schweizer Skigebiete über die Festtage offen lassen. Wegen der Corona-Krise müssen die Pisten- und Gondelbetreiber aber drastische Schutzmassnahmen einführen. Auch die Bergrestaurants sollen sich an strenge Regeln halten. So sollen die Beizen und Skihütten um 15 Uhr schliessen. Alle Selbstbedienungsrestaurants sollen ganz geschlossen bleiben. Zudem darf ein Gast das Lokal nur betreten, wenn ein Tisch frei ist. Essen abholen wird dann nicht mehr möglich sein. Noch sind die Massnahmen nicht beschlossen.

Deine Meinung

470 Kommentare
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fastdasgleicheunddochnicht

04.12.2020, 10:34

Solange man im überfüllten ÖV zur Arbeit fahren darf, sollte man auch Skifahren dürfen.

Un Sinn

04.12.2020, 09:40

ohne Restaurant gehe ich doch nicht zum Skifahren so sind sie eben die Bündner nicht ganz hu...

Moreno

03.12.2020, 18:17

Arme wirte, ein verrücktes Jahr ohne Einnahmen, niemand interessiert es ob man genug Luft zum Atmen hat, wenn kunkurs macht, ist das dein Problem, so denken viele, Hilfe ist nur sehr klein, genügt für nichts . aber gezwungen zu schliessen, ist nicht fair...