«Wichtiges Instrument» – Graubünden will mit Booster-Offensive Wintersaison retten
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«Wichtiges Instrument»Graubünden will mit Booster-Offensive Wintersaison retten

«Die Fallzahlen müssen spürbar sinken», sagt der Bündner Regierungsrat Peter Peyer (SP). Um die wichtige Skisaison zu retten, brauche es jetzt die Mithilfe aller – und möglichst viele Boosterimpfungen.

von
Pascal Michel
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Solche Szenen sollen auch diesen Winter möglich sein: Terrasse eines Bergrestaurants im Skigebiet Corviglia, St. Moritz.

Solche Szenen sollen auch diesen Winter möglich sein: Terrasse eines Bergrestaurants im Skigebiet Corviglia, St. Moritz.

20min/Sandro Spaeth
Deshalb drückt der Kanton Graubünden bei der Boosterimpfung aufs Tempo.

Deshalb drückt der Kanton Graubünden bei der Boosterimpfung aufs Tempo.

20min/Sandro Spaeth
«Wir rechnen derzeit damit, dass noch vor Weihnachten alle Personen über 65 Jahren, die eine Drittimpfung wollen, eine Auffrischimpfung erhalten werden», sagt der Bündner Gesundheitsvorsteher Peter Peyer.

«Wir rechnen derzeit damit, dass noch vor Weihnachten alle Personen über 65 Jahren, die eine Drittimpfung wollen, eine Auffrischimpfung erhalten werden», sagt der Bündner Gesundheitsvorsteher Peter Peyer.

gr.ch

Darum gehts

  • Im Interview nimmt Regierungsrat Peter Peyer Stellung zur Booster-Offensive in seinem Kanton.

Herr Peyer*, Graubünden macht vorwärts bei den Boosterimpfungen. Ab Montag können sich alle Bündnerinnen und Bündner ab 16 Jahren zum dritten Mal impfen lassen. Warum drücken Sie aufs Tempo?

Wir sehen, dass die Boosterimpfungen nützen und den Impfschutz insbesondere bei Personen über 65 Jahren wieder stark erhöhen.
Andere Kantone zögern, in Bern muss die breite Bevölkerung noch bis im neuen Jahr auf die dritte Dosis warten. Ein Fehler? Das Virus macht vor Kantonsgrenzen ja nicht halt.

Wir kommentieren nicht, was andere Kantone machen. Jeder muss seinen Weg finden. Für Graubünden erweisen sich aber Impfen, Boostern und Testen als die erfolgversprechendsten Möglichkeiten.

Wie gross ist die erwartete Nachfrage?

Wir rechnen bis Ende Jahr mit 37’000 Personen über 65 Jahren, deren Grundimmunisierung sechs Monate seither ist. Davon wurden gegen 9000 Personen bereits geboostert. Wie viele Personen unter 65 Jahren dazukommen, werden wir sehen. Wir hoffen, dass dies möglichst viele sind.

Bis wann haben alle, die es wollen, in Graubünden die Boosterimpfung erhalten?

Wir rechnen derzeit damit, dass noch vor Weihnachten alle Personen über 65 Jahren, die eine Drittimpfung wollen, eine Auffrischimpfung erhalten werden. Plus möglichst viele weitere, welche die sechs Monate ebenfalls hinter sich haben.

Andere Kantone klagen darüber, man habe bereits wieder Infrastrukturen abgebaut. Wie lösen Sie das Problem mit Blick auf die rasche Booster-Kampagne?

Wir haben ausser dem Impfbus kaum eine Infrastruktur abgebaut. Angeboten werden die Impfmöglichkeiten in den neun regionalen Impfzentren, bei Hausärztinnen und Hausärzten sowie in Apotheken. Zudem wird in Chur am Montag ein zusätzliches Pop-up-Impfzentrum in Betrieb genommen.

In Graubünden ist der Skitourismus zentral. Um diesen möglich zu machen, war Graubünden bereits in der Vergangenheit mit Massnahmen restriktiver als andere Kantone. Was planen Sie für den Winter, um die Skisaison zu retten?

Für die Bewältigung der Corona-Pandemie im kommenden Winter setzt der Kanton Graubünden auf ein umfassendes Schutzkonzept. Die Regierung will die Infektionszahlen mit gezielten Massnahmen nachhaltig eindämmen, ohne dass einschneidende Massnahmen wie Verbote das öffentliche Leben wieder einschränken. Ziel aller Massnahmen ist es, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern und die für Graubünden wichtige Wintertourismussaison so sicher und gleichzeitig reibungslos wie möglich zu gestalten. Dies wird nur möglich sein, wenn die Fallzahlen wieder spürbar sinken.

Ist der Booster also die Rettung für die Skisaison?

Die Impfung ist ein wichtiges Instrument in der Bewältigung der Pandemie. Damit die Skisaison stattfinden kann, ist die Mitwirkung der gesamten Bevölkerung notwendig. Die Fallzahlen müssen spürbar sinken. Mit den gängigen Massnahmen wie Maske tragen, Abstand halten und regelmässiges Händewaschen kann jeder einen wirkungsvollen Beitrag leisten. Und dass Impfen hilft, ist mittlerweile weltweit milliardenfach belegt.

*Peter Peyer (SP) ist Bündner Regierungsrat und Vorsteher des Departements für Justiz, Sicherheit und Gesundheit.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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