Aktualisiert 05.10.2006 17:40

Grausiger Fund

Nach Leichenfunden in einem Massengrab im sauerländischen Menden sind dort weitere 14 Skelette mutmasslicher NS-Opfer entdeckt worden.

Der Bezirksregierung Arnsberg zufolge erhöhte sich die Zahl der in den vergangenen Tagen gefundenen Toten damit auf 49, knapp die Hälfte von ihnen waren Kinder. Auf Grund von Zeugenaussagen wird auf dem katholischen Friedhof seit einer Woche nach etwa 200 Opfern des Nationalsozialismus gesucht.

Vermutlich handelte es sich um Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung, die im nahe gelegenen Wickede von den Nazis ermordet wurden. Einige Skelette hätten Merkmale von körperlichen Behinderungen aufgewiesen, sagte ein Sprecher der Bezirksregierung. Ausserdem seien medizinische Geräte gefunden worden. Allerdings sind die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen.

Die Bezirksregierung geht mit den Grabungen Hinweisen aus der Bevölkerung nach. Demnach sollen während der letzten Kriegstage 1945 auf dem Friedhof bis zu 200 Tote vergraben worden sein. Ein Zeuge gab an, dass dort Leichen hergebracht und vergraben worden seien, ohne dass eine förmliche Beerdigung stattgefunden habe. Gerüchten zufolge kamen sie aus einem Krankenhaus in Wickede.

Nach Angaben der Bezirksregierung spricht einiges dafür, dass die nun gefundenen Leichen eilig verscharrt wurden. Sie lägen ungeordnet übereinander und seien auch nicht in der üblichen Tiefe beigesetzt worden. Die Suche nach weiteren Toten soll fortgesetzt werden. (dapd)

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