Primarlehrer müssen einspringen: Gravierender Mangel an Sek-Lehrern

Aktualisiert

Primarlehrer müssen einspringenGravierender Mangel an Sek-Lehrern

Der Lehrermangel gefährdet das Bildungsniveau an den Schweizer Schulen. Weil die Schulen kaum noch ausgebildete Oberstufenlehrer finden, greifen sie je länger, je mehr auf Primarlehrer zurück, die für diese Arbeit aber nicht ausreichend qualifiziert sind.

Gemäss Recherchen der «NZZ am Sonntag» hat je nach Kanton bis zu einem Drittel der Oberstufenlehrer nur eine Primarlehrerausbildung. Noch dramatischer ist die Misere bei den Sonderpädagogen, wo zum Teil nicht einmal die Hälfte über die nötige Berufsqualifikation verfügt. «In diesem Ausmass ist das hoch problematisch», sagt Anton Strittmatter vom Schweizer Lehrerverband LCH der «NZZ am Sonntag». Es drohe ein massiver Einbruch der Schulqualität, denn die Oberstufe stelle spezielle Anforderungen an Fachwissen und Führungsstärke. Für den Unterricht in Fächern wie Physik oder Chemie haben Primarlehrer keine Fachausbildung. Auch die Anforderungen an den Mathematik- und Fremdsprachenunterricht sind deutlich höher als in der Primarschule. Dazu kommen pädagogische Herausforderungen mit pubertierenden und zum Teil problematischen Schülern. Der Lehrermangel wird sich in den nächsten zehn Jahren weiter verschärfen. Die Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung geht davon aus, dass jährlich 6 bis 7 Prozent des Lehrerbestandes ersetzt werden müssen. Die pädagogischen Hochschulen können diesen Bedarf nur gerade zur Hälfte decken.

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