Eine Million Briefe: Greenpeace fälscht Jodtabletten-Flyer

Aktualisiert

Eine Million BriefeGreenpeace fälscht Jodtabletten-Flyer

Schweizweit haben Aktivisten gefälschte Flyer zur Jodtabletten-Abgabe verteilt. Darin machen sie sarkastisch auf die Gefahren der Atomkraft aufmerksam.

von
Nicolas Saameli

«Wichtige ergänzende Informationen zur Jodtabletten-Verteilung» bietet ein Brief an, der heute Morgen an diverse Haushalte in der ganzen Schweiz gesendet wurde, wie die «Tages-Woche» berichtet. Im offiziell anmutenden Layout nimmt dieser Bezug auf Jodtabletten, die kürzlich in der Region verteilt wurden, und gibt an, Unklarheiten zu beseitigen. «Sie erhalten die Jodtabletten, weil wir einen Unfall in einem Schweizer Kernkraftwerk nicht ausschliessen können», steht darin. Auch würden diese nicht vollständig vor den Folgen eines Kernkraft-Unfalls schützen.

Verschickt hat den Brief aber nicht die «Geschäftsstelle Kaliumiodid-Versorgung» des Bundesamts für Gesundheit (BAG), wie darin angegeben wird, sondern die Umweltorganisation Greenpeace. Auch führt die angehängte Adresse Info-Jod.ch. nicht zu einem offiziellen Portal, sondern zu einem Quiz, das weitere Informationen über die Jodverteilung verspricht.

«Mit dem Video wollen wir darauf aufmerksam machen, dass Sie von den Behörden für dumm verkauft werden», sagt Greenpeace-Sprecher Christian Engeli. Die offizielle Information des Bundes besage, dass eine Jodtablette bei einem Atomunglück schütze. «Das ist falsch», sagt Engeli.

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