Heftige Kritik: Greenpeace-Manager fliegt als CO2-Sünder auf
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Heftige KritikGreenpeace-Manager fliegt als CO2-Sünder auf

In einer weltweiten Kampagne will Greenpeace den Flugverkehr einschränken. Doch ausgerechnet einer ihrer Top-Manager fliegt regelmässig zwischen Wohnort und Büro hin und her.

von
bee
Der ehemalige Direkor von Greenpeace Frankreich, Pascal Husting, während einer Demonstration in Biscarosse im Südwesten Frankreichs.

Der ehemalige Direkor von Greenpeace Frankreich, Pascal Husting, während einer Demonstration in Biscarosse im Südwesten Frankreichs.

Pascal Husting, einer der Top-Manager von Greenpeace, steht in der Kritik. Für die knapp 400 Kilometer lange Strecke zwischen seinem Wohnort in Luxemburg und dem Büro in Amsterdam soll der internationale Programmleiter der Umweltorganisation regelmässig das Flugzeug benutzen - dies trotz einer gross angelegten Greenpeace-Kampagne, den Luftverkehr zu drosseln.

Wie die englische Zeitung «The Telegraph» schreibt, hatte Husting vor zwei Jahren, als er den Job in den Niederlanden antrat, mit dem Pendeln begonnen. Jeweils zwei Mal pro Monat fliegt er zwischen Luxemburg und Amsterdam hin und zurück. Den Flugpreis von jeweils rund 300 Franken bezahlt Greenpeace.

Ehrenamtliche Mitarbeiter der Organisation reagierten mit Unverständnis, einer bezeichnete die Reisen des Managers als «fast unglaublich». Der Hin- und Rückflug verursachte gemäss der Fluggesellschaft KLM eine Emission von 142 Kilogramm Kohlendioxid. Wie die Zeitung vorrechnet, habe das Pendeln des Greenpeace-Managers so zu Emissionen von 7,4 Tonnen Kohlendioxid geführt, was 17 Fässern Erdöl entspräche.

12 Stunden für die Zugfahrt

Husting selbst verteidigte seinen Entscheid, das Flugzeug zu nehmen. Er hätte lieber auf den Flug verzichtet, doch sei dieser notwendig gewesen, sonst hätte er jedes Mal 12 Stunden im Zug sitzen müssen. «Ich verbringe die halbe Zeit meines Lebens in Skype- und Video-Konferenzen», so Husting gegenüber dem «Telegraph». «Aber als leitender Angestellter muss man sein Team auch mal persönlich sehen. Deshalb gehe ich während der Phase der Umstrukturierung meines Teams zwei Mal pro Monat nach Amsterdam.» Wie er beteuerte, wechsle er ab September einmal pro Monat auf den Zug. «Dann kommt die Umstrukturierung langsam zu einem Ende und meine Kinder sind dann auch schon älter.»

Rückendeckung bekommt Husting von John Sauven, Chef von Greenpeace UK. Sauven will nichts von einem Mangel an Rechtschaffenheit wissen. In einem Blog schreibt er: «Was die Flugreisen von Pascal betreffen, das ist eine schwierige Frage. War es die richtige Entscheidung, ihm zu erlauben, mit dem Flugzeug zu pendeln, um seinen Job mit den Bedürfnissen seiner Familie in Einklang zu bringen?» Für Sauven eine zentrale Frage: «Welche Kompromisse bist du bereit einzugehen in dem Bestreben, die Welt zu einem besseren Ort zu machen?»

4,5 Millionen Franken verspekuliert

Sauven sieht hier eine Grenze. Ehrlichkeit und Loyalität seien zentrale Werte, wenn man auf der Welt Gutes tun will. Und diese dürften nicht auseinanderbrechen. «Ich glaube nicht, dass wir von Greenpeace eine Grenze überschritten haben.»

Bereits letzte Woche war Greenpeace in die Kritik geraten und gezwungen, sich in der Öffentlichkeit zu entschuldigen. Ein Mitarbeiter der Finanzabteilung hatte bei Devisengeschäften 4,5 Millionen Franken an Spendengeldern verspekuliert.

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