Greis fiel auf dem Weg zum Augenarzt in den Stadtbach
Aktualisiert

Greis fiel auf dem Weg zum Augenarzt in den Stadtbach

Nach einem Velo und einem Auto stürzte nun auch ein Fussgänger in den offenen Stadtbach: Ein 95-Jähriger stürzte auf dem Weg zum Augenarzt in den Graben und verletzte sich.

Wie alle 14 Tage wollte der 95-jährige H.B.* letzte Woche seinen Augenarzt aufsuchen. Er stieg an der Berner Zytglogge-Haltestelle aus und ging an seinem Gehstock quer über die Strasse. Doch plötzlich trat er ins Leere – der sehbehinderte Mann stürzte in den offenen Stadtbach. Hilflos blieb er im Wasser liegen. Die Brille fiel ihm vom Gesicht – der Bach spülte sie davon.

«Zum Glück halfen ihm Jugendliche aus dem Graben», sagt Elisabeth Behm (77), eine Bekannte von H.B. Der Betagte schaffte es bis in die Praxis. Augenarzt Jaroslav Tverdik: «Er war total durchnässt. Ein Wunder, dass er sich beim Sturz nicht schlimmer verletzt hat.»

Der Arzt handelte: «Wir schrieben einen Brief an den Stadtpräsidenten Alexander Tschäppät», sagt Tverdik. Darin fordert er, dass der Bach mit einer Platte oder einem Gitter zugedeckt wird. Tverdik: «Das ist eine Zeitbombe.» H.B. muss seit dem Unfall ohne Brille auskommen und leidet unter Rippenschmerzen.

Die Stadt will den Graben in den nächsten Tagen mit einem Unfallexperten der BFU besichtigen und entscheiden, ob etwas gemacht wird (20 Minuten berichtete).

*Name der Redaktion bekannt

Andrea Abbühl

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