Grenze in Zypern nach Streit wieder offen
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Grenze in Zypern nach Streit wieder offen

Griechische und türkische Zyprer haben am Donnerstagabend den Streit um Patrouillen in der erst am Morgen nach 44-jähriger Sperrung geöffneten Ledra-Strasse in der geteilten Stadt Nikosia beigelegt.

Die griechisch-zyprischen Behörden hatten die Strasse wenige Stunden nach der von viel Hoffnung auf eine Wiedervereinigung Zyperns begleiteten Öffnung zunächst wieder abgeriegelt, die Sperrung nach fast zwei Stunden am späten Abend aber wieder aufgehoben.

Regierungssprecher Stefanos Stefanou begründete die Sperrung damit, dass Polizisten des türkisch-zyprischen Teils unrechtmässig durch die Strasse patrouilliert seien, indem sie die von den UN kontrollierte Pufferzone betreten hätten. Ein solcher Verstoss könne nicht geduldet werden, sagte Stefanou der Nachrichtenagentur AP. Der Streit wurde später unter Vermittlung der Vereinten Nationen beigelegt. Man habe die Zusicherung erhalten, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholen werde, sagte der Polizeichef von Nikosia, Kypros Michailidis.

Die Konfliktparteien in Zypern hatten am Donnerstagmorgen die Ledra-Strasse in der Altstadt von Nikosia geöffnet und damit einen historischen Durchbruch ihrer Bemühungen um eine Wiedervereinigung erzielt. Die Teilung von Zypern geht auf die Invasion türkischer Truppen im Norden der Mittelmeerinsel im Jahr 1974 zurück. Die Türkei reagierte damit auf einen von der damaligen griechischen Militärjunta unterstützten Putsch gegen Präsident Makarios. Die Putschisten strebten eine Angliederung von Zypern an Griechenland an. Die Ledra-Strasse wurde aber bereits 1964 von britischen Truppen mit Stacheldraht abgeriegelt, nachdem es zu Unruhen zwischen griechischen und türkischen Zyprern gekommen war. (dapd)

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