Aktualisiert 07.11.2013 08:28

500 Tiere gerettet

Grenzenlose Tierliebe in Fukushima

Nach der Atomkatastrophe vor zweieinhalb Jahren sind Fukushima und Umgebung Sperrgebiet. Dies hindert einen Japaner nicht daran, dort weiterhin die Tiere in seinem Heim zu pflegen.

von
zve

Keigo Sakamoto scheint das Herz am richtigen Fleck zu haben. Seit der von einem Tsunami ausgelösten Havarie im Kraftwerk Fukushima hat der 58-Jährige sein Tierheim in Naraha nicht verlassen. 150'000 Menschen wurden damals umgesiedelt. Doch der frühere Sozialarbeiter trotzt der Gefahr durch die Strahlung.

Sakamoto hatte das Tierheim vor über 10 Jahren eröffnet und weigerte sich nach dem Unglück, seine Schützlinge im Stich zu lassen. «Auch wenn ich nur einen Monat wegbliebe, würde wahrscheinlich kein einziges Tier überleben. Ich habe so lange dafür gekämpft, sie zu beschützen. Nun will ich das nicht alles aufgeben», äusserte sich Sakamoto. Der Tierfreund pflegt rund 500 Tiere mithilfe von Futterspenden. Trotz der grossen Menge verliert er nie den Überblick über seine Hunde, Hühner, Ziegen, Hasen, Murmeltiere und Gänse.

Die Lage im Sperrgebiet macht den Tierpfleger wütend auf die Betreiberfirma des Atomkraftwerks. «Die TEPCO-Leute kommen und gehen. Sie schauen, was sie hier angerichtet haben. Aber ich kann mich nicht erinnern, dass sich einer dafür entschuldigt hätte. Es könnte auch ihr rangniedrigster Arbeiter sein, aber ich würde gern zumindest einmal eine Entschuldigung hören und erleben, dass sie um Vergebung dafür bitten, was sie getan haben. Hunderte Tiere waren in den Monaten nach dem Desaster gestorben.»

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