31. Zürcher Theater Spektakel: Grenzgänger aus aller Welt
Aktualisiert

31. Zürcher Theater SpektakelGrenzgänger aus aller Welt

Geografische, mediale und zeitliche Grenzgänger dominieren das diesjährige 31. Zürcher Theater Spektakel.

Schwerpunktmässig vertreten sind Truppen aus Ost- und Südostasien. Das Festival dauert vom 19. August bis 5. September. Das Programm war am Freitag anlässlich der Medienkonferenz das eine, der Abschied von Jean-Pierre Hoby das andere. Als Chef der Kulturabteilung im Zürcher Präsidialdepartement hat Hoby das Theater Spektakel seit 1983 begleitet, gefördert, unterstützt, wie Cornelia Howald von der Festivalleitung sagte.

Hoby, in dessen Fussstapfen sein Nachfolger Peter Haerle tritt, wünschte «Zürichs fünfter Jahreszeit», wie das Theater Spektakel auch genannt wird, eine glückliche Zukunft. «Nach 31 Jahren wird noch lange nicht Schluss sein», ist Hoby überzeugt. Eine freudige Nachricht konnte er abschliessend bekannt geben: Neben die bisherigen Sponsoren ist neu der Kanton Zürich getreten. Vorderhand bis 2012 unterstützt er das Festival mit jährlich 300'000 Franken.

Tradition und Moderne

Im Mittelpunkt des Programms stehen Truppen aus Ost- und Südostasien. Der künstlerische Leiter Sandro Lunin erwähnte etwa den jungen Choreografen Jecko Siompo aus West-Papua, der Stammestänze seiner Jugend mit Hip-Hop und anderen urbanen Tanzformen verbindet.

Wie andere Künstlerinnen und Künstler des Festivals verbindet Siompo Tradition und Moderne und überspringt geografische Grenzen. Das tut auch die thailändische Pichet Klunchun Dance Company, die den traditionellen Khon-Tanz mit dem Tanz des russischen Choreografen Vaslav Nijinski kreuzt. Oder der chinesische Regisseur Wang Jianwei, der sich mittels Video-Performance mit den rasanten Veränderungen in China auseinandersetzt.

Immer wieder unterstrich Lunin sein Interesse für junge und neue Theaterformen, denen er in seinem Programm am meisten Platz einräumt. Die von ihm eingeladenen 33 Theater- und Tanztruppen und acht Musikformationen aus aller Welt stehen insgesamt über 100 Mal auf den Bühnen der Landiwiese, der Werft und der Roten Fabrik.

Sie kommen, wie erwähnt aus Asien, aber auch aus Afrika, Südamerika, den USA und aus zahlreichen europäischen Ländern. Zu Gast sind erneut der belgische Choreograf Alain Platel und der niederländische Puppenspieler Neville Tranter.

Grenzüberschreitende Schweiz

Gut vertreten ist auch die Schweiz. Eine neue Herausforderung hat das Duo Martin Zimmermann und Dimitri de Perrot angenommen: Sein Stück «Chouf Ouchouf» inszeniert es - Grenzen überschreitend - zusammen mit einer zwölfköpfigen marokkanischen Artistengruppe.

Dem steht die Gruppe 400asa in nichts nach: Sie nimmt sich Claude Chabrols Film «La cérémonie» vor, und zwar zusammen mit chinesischen Theaterschaffenden. Die Inszenierung mache das Festivalgelände «zu einer Geisterbahn gesellschaftlicher Verwerfungen», heisst es im Programmheft.

Neben den bekannten Spielorten baut das Festival neu (anstelle des Turms) ein Haus am See, wie Werner Hegglin von der Festivalleitung sagte. Dabei handelt es sich um eine Häuserzeile mit unterschiedlichem Angebot: Es gibt einen theatralen Kiosk à gogo, Performances, Videos zum Theater, Gespräche mit Theaterleuten und thematische Tafelrunden.

Notiz an die Redaktion:

(sda)

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