Aufstand von Grenztruppe: Grenzpolizisten meutern in Bangladesch
Aktualisiert

Aufstand von GrenztruppeGrenzpolizisten meutern in Bangladesch

In Bangladesch haben meuternde Söldner einer Eliteeinheit mehr als hundert Geiseln genommen, darunter mehrere ranghohe Offiziere. Reguläre Truppen umstellten die Kaserne in der Hauptstadt Dhaka.

Sie hatten den Auftrag, die Meuterei niederzuschlagen. Im Kugelhagel der stundenlangen Schiessereien starben am Mittwoch mindestens fünf Menschen, darunter zwei Offiziere und drei Zivilisten. 20 Menschen wurden verletzt, unter ihnen mehrere Unbeteiligte. Der Aufstand dauerte am Mittwochabend an.

Regierungschefin Sheikh Hasina empfing eine Delegation der Meuterer in ihrer Residenz. Die Zeitung «The Daily Star» berichtete unter Berufung auf Regierungsmitglieder, die Ministerpräsidentin habe den Elitesoldaten Straffreiheit zugesichert. Gleichzeitig forderte sie ein sofortiges Ende des Aufstands.

Die Meuterer verschanzten sich im drei Quadratkilometer grossen Hauptquartier ihrer Einheit, der Bangladesh Rifles (BDR), im Stadtteil Pikhana. Die BDR ist eine Grenztruppe mit 3000 bis 4000 Mann. Die Meuterer forderten höhere Einkommen und mehr Ferien, Lebensmittelsubventionen und eine Reform der Kommandostruktur.

«Wir halten alle Offiziere als Geiseln fest», sagte einer der Aufständischen dem TV-Sender ATN Bangla. «Wir werden sie erst freilassen, wenn die Regierung unsere Forderungen erfüllt und die Soldaten aus dem Umfeld des Gebäudes abgezogen hat.»

Besorgte Nachbarn

Bei der Rebellion vom Mittwoch handelte es sich den ersten Berichten zufolge nicht um einen Putschversuch. In Bangladesch hatte es seit der Abspaltung des Landes von Pakistan 1971 wiederholt Umstürze durch das Militär gegeben.

Regierungskreise in Indien äusserten sich besorgt über die Lage im Nachbarland. Zwar gehe auch Neu Delhi davon aus, dass es sich nicht um einen Militärputsch handelt. Dennoch seien Grenzsoldaten in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden. Indien und Bangladesch haben eine mehr als 4000 Kilometer lange gemeinsame Grenze.

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