Aktualisiert 18.05.2020 15:56

Wochenende

Grenzwache erwischt 40 Einkaufstouristen

Einkaufen ennet der Grenze bleibt trotz der Lockerung bei den Grenzkontrollen verboten. Mehrere Dutzend Personen taten es am Wochenende trotzdem – und wurden erwischt.

von
Daniel Waldmeier, Daniel Krähenbühl
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Das deutsche Einkaufszentrum Lago in Konstanz ist bei Schweizer Einkaufstouristen beliebt.

Das deutsche Einkaufszentrum Lago in Konstanz ist bei Schweizer Einkaufstouristen beliebt.

Keystone
Schnäppchenjagen bei Müller und Co. ist derzeit aber noch verboten.

Schnäppchenjagen bei Müller und Co. ist derzeit aber noch verboten.

KEYSTONE
Noch können die Schweizer nicht von günstigeren Preisen in Deutschland profitieren, der Einkaufstourismus bleibt voraussichtlich bis 15. Juni verboten.

Noch können die Schweizer nicht von günstigeren Preisen in Deutschland profitieren, der Einkaufstourismus bleibt voraussichtlich bis 15. Juni verboten.

KEYSTONE

Seit einigen Tagen kontrolliert die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) die Grenzen nur noch «risikobasiert». Das animierte offenbar einige Einkaufstouristen, sich über das Verbot hinwegzusetzen. Beim Versuch, die Einkäufe über die Grenze zu schmuggeln, entlarvte die Grenzwache gesamtschweizerisch in 40 Fällen Einkaufstouristen.

Sie erhalten eine Busse von 100 Franken und müssen ab einem Einkauf von über 300 Franken die Mehrwertsteuer entrichten. Die Einkäufe dürfen sie behalten.

Verkehr nimmt zu – auf tiefem Niveau

Der deutsche Zoll stempelt weiterhin keine Ausfuhrscheine ab, sodass die Mehrwertsteuer nicht zurückgefordert werden kann. Laut Matthias Simmen, Sprecher der Eidgenössischen Zollverwaltung, gab es denn auch keinen Run ins Ausland. «Der Verkehr über die Grenzen war am vergangenen Wochenende etwas stärker, hat aber in etwa einem Drittel eines normalen Wochenendes entsprochen.»

Tendenziell erwartet die EZV in der kommenden Woche, auch auf Grund der Lockerungen in der Wirtschaft, eine weitere Zunahme des grenzüberschreitenden Pendler- beziehungsweise Grenzverkehrs. Die Zollverwaltung hat auf Basis der Covid-Verordnung insgesamt bereits über 1600 Einkaufstouristen gebüsst. Am 15. Juni soll die Grenze zu Österreich, Deutschland und Frankreich dann wieder geöffnet werden.

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237 Kommentare
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SteveO

19.05.2020, 12:57

Ich wohne an der Grenze. Der nächste Laden ist in Deutschland. Ökologisch gesehen müsste ich da einkaufen... Wenn ich stattdessen aber in die nächste Migros gehe, um schweizer Arbeitsplätze zu schützen, arbeiten da von Kasse bis Filialleitung nur Deutsche... Mein Lohn kommt aus Abu Dhabi. Dann müsste ich ja alles da ausgeben... Weiss nicht mehr weiter.

Claudi

19.05.2020, 12:07

Die Schweiz ist ein Exportland. Entsprechend den Kommentaren hier sollte das Ausland konsequent keine schweizer Produkte mehr kaufen. Alles soll in der Schweiz bleiben.

stolzi Baslere

19.05.2020, 11:14

Himmeltraurig, dass man alles versucht um unser Geld ins Ausland zu bringen. Grenzöffnung für den Einkaufstourismus und für Ferien im Ausland. Wo bleibt die soviel gepredigte Solidarität mit der Schweizer Wirtschaft? Ich habe kein Verständnis für das...