Kampf gegen Fälschungen: Grenzwache hat Feriensouvenirs im Visier
Aktualisiert

Kampf gegen FälschungenGrenzwache hat Feriensouvenirs im Visier

Die Grenzwache kontrolliert dieses Jahr erstmals im grossen Stil Private auf gefälschte Urlaubsouvenirs. Bussen drohen allerdings keine.

von
Jonas Hoskyn

Wer bisher aus den Ferien eine Lolex oder eine Luis- Witton-Tasche mit nach Hause brachte, hatte kaum etwas zu befürchten. Zwar ist der private Import von Markenfälschungen seit einem Jahr verboten, doch bisher konzentrierte sich die Grenzwache im Kampf gegen Produktepiraterie auf Handelswarenverkehr: Als Privatperson blieb man weitgehend unbehelligt. «Letztes Jahr beschlagnahmten wir rund 120 Sendungen, davon nur ein Drittel im Reisendenverkehr», sagt Martin Leuenberger vom Schweizer Flughafenzoll am EuroAirport. «Das wird wohl zunehmen.»

In den bevorstehenden Sommerferien hat die Grenzwache die Urlaubssouvenirs der Privatreisenden im Visier. Auch einzelne T-Shirts, Uhren oder Taschen sollen dann eingezogen und vernichtet werden. Bussen drohen allerdings keine, sofern man kooperiert: «Erst wenn sich eine Person sträubt, ergeht eine Meldung an den Markenvertreter», so Leuenberger. «Der kann dann rechtliche Schritte ergreifen.» Bei den Kontrollen will man jedoch verhältnismässig vorgehen. «Wir werden sicher niemanden ohne Hemd und Hose rausschicken», so Leuenberger.

Schengen ändert wenig

Vor der Ferienreisezeit werden die Basler Zoll- und Grenzbehörden mit Anfragen eingedeckt, was seit dem Schengen-Beitritt der Schweiz gelte. «Auf die Zollbestimmungen hat dies aber überhaupt keinen Einfluss», so Patrick Gantenbein, Sprecher der regionalen Grenzwache. Die Warengrenze von 300 Franken wie auch die besonderen Regeln für Fleisch, Alkohol und Tabakwaren gelten ebenfalls unverändert. Auch sollte man trotz Schengen keinenfalls die ID oder den Pass zuhause liegen lassen, so Gantenbein. «Kontrollen an der Grenze oder im Grenzgebiet wird es weiterhin geben.»

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