Rettungspaket für Athen: Griechen erhalten weitere acht Milliarden

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Rettungspaket für AthenGriechen erhalten weitere acht Milliarden

Für das gebeutelte Land geht eine Zitterpartie zu Ende. Die internationalen Gläubiger haben grünes Licht für die Auszahlung der nächsten Hilfstranche an Athen gegeben.

Griechenland kann aufatmen: Im November gibts neues Geld aus dem Rettungspaket.

Griechenland kann aufatmen: Im November gibts neues Geld aus dem Rettungspaket.

Griechenlands Chancen auf die nächste Milliardenhilfe sind gestiegen. Die Experten der Troika aus EU- Kommission, Internationaler Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) gaben zum Abschluss ihrer Prüfmission in dem Land eine Empfehlung dafür ab.

Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Griechenland eine Zahlung von acht Milliarden Euro Anfang November erhält. Damit bliebe das Land bis auf weiteres vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrt.

Über eine endgültige Freigabe der letzten Tranche aus dem ersten Rettungspaket entscheiden die Euro-Finanzminister und der IWF. Ein Treffen der Finanzminister ist noch vor dem nächsten EU-Gipfel am 23. Oktober geplant.

Die Troika-Inspektoren erklärten nach Beendigung der Gespräche mit der Regierung in Athen, sie seien zuversichtlich, dass Griechenland bei einer entschlossenen Umsetzung der Sparziele das Defizit-Ziel für 2012 erreicht.

Trotz der Rezession sei die Neuverschuldung deutlich gesenkt worden. Für das laufende Jahr hat sich Griechenland bereits von der Defizit-Zielmarke von 7,6 Prozent verabschiedet.

Die griechische Wirtschaftsleistung ging im zweiten Quartal um 7,3 Prozent zurück. Die Troika erklärte nun, die Rezession werde tiefer sein als im Juni prognostiziert. Erst ab 2013 sei mit einer Erholung zu rechnen.

Die griechische Regierung reagierte erleichtert auf die Erklärung der Troika und bezeichnete diese als ausgewogen und positiv. Die Abreise der Experten wurde in Athen allerdings von Protesten und Streikaktionen begleitet. Auf Plakaten mit Aufschriften wie «Nein zu Entlassungen, Nein zu Lohnkürzungen» demonstrierten die Griechen gegen den Sparkurs der Regierung.

Weitere Schritte angemahnt

In ihrem fünften Bericht zu den Fortschritten in Griechenland mahnten die Inspektoren weitere Massnahmen an, um die Ziele für 2013 und 2014 zu erreichen. Die Fortschritte bei den bisherigen Reformen seien holprig.

Vor allem die Privatisierungseinnahmen würden niedriger sein als zunächst erwartet. Die Regierung hält nach Angaben der Troika trotzdem daran fest, bis Ende 2014 durch Privatisierungen 35 Milliarden Euro einzunehmen.

Zugleich betonten die Troika-Inspektoren, ein Erfolg des griechischen Reformprogramms sei von der Beteiligung des privaten Sektors abhängig. An dem zweiten, mehr als 100 Milliarden Euro schweren Rettungspaket für Griechenland sind private Gläubiger beteiligt.

Unter dem Strich geht es um eine Verlängerung der Anleihe- Laufzeiten, damit das Land mehr Zeit für die Rückzahlung erhält. Durch diesen Tausch von Staatsanleihen in längerlaufende Papiere müssen die Banken eine 21-prozentige Wertberichtigung (»haircut») auf griechische Bonds hinnehmen.

Kurse unter Druck

Es gilt zunehmend als wahrscheinlich, dass das zweite Paket ebenfalls nicht ausreicht, um die Finanzen des Landes wieder auf die Beine zu bringen. Dies, angesichts der tiefen Rezession, der anhaltenden Probleme anderer Euro-Staaten wie Italien und der Turbulenzen an den Finanzmärkten.

Unterdessen drückte die Furcht für massive Abschreibungen als Folge eines möglichen Schuldenschnitts die Kurse griechischer Banken am Dienstag massiv. Der Athener Bankenindex brach um 13,2 Prozent und damit überproportional ein.

(sda)

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