«Trickser»-Plakat: Griechen in Zürich empört über SVP
Aktualisiert

«Trickser»-PlakatGriechen in Zürich empört über SVP

«Tricksen wie die Griechen»: Dieser Satz auf einem SVP-Plakat macht Zürichs griechische Gemeinschaft wütend.

von
Marco Lüssi

Mit einer einmaligen Zahlung von 1,6 Milliarden Franken zur Sanierung der Pensionskasse BVK «trickse» Regierungsrätin Ursula Gut (FDP) «wie die Griechen».

Diese Aussage macht ein neues Plakat, mit dem die SVP des Kantons Zürich gegen die Vorlage wirbt, über die das Volk am 3. März abstimmt. Bei den Zürcher Griechen sorgt das Sujet für Empörung. Christos Hatzikonstantinou, Präsident der Griechischen Gemeinde Zürich (GGZ): «Dass die SVP auf Stimmenfang geht, indem sie ein Volk pauschal diffamiert, verurteile ich.»

Mit dem GGZ-Vorstand will Hatzikonstantinou nun besprechen, ob man Schritte gegen die SVP ergreifen werde. Wütend ist auch der Zürcher Dimitris Sarisavas, der seit 50 Jahren in der Schweiz lebt und lange den Schweizer Dachverband der griechischen Vereine präsidierte. «Dieses Plakat ist eine Sauerei, zumal dafür sogar unsere Flagge missbraucht wird – eine Beleidigung für jeden Griechen.» Zwar wolle er nicht bestreiten, dass es in Griechenland Betrüger gebe, aber das sei in jedem Land so: «Das sieht man ja auch am Beispiel der Schweizer Banken.»

«Herabwürdigend und hetzend»

Ob die Antirassismus-Strafnorm mit dem Satz verletzt ist, ist für Strafrechtsexperte David Gibor offen: «In der Generalisierung steckt zweifellos etwas Herabwürdigendes und Hetzendes.» Wie üblich formuliere die SVP gezielt mehrdeutig, wobei sie diskriminierende Andeutungen mache und sich rasch auf eine harmlose Bedeutung berufe, sobald man ihr Rassendiskriminierung vorwerfe.

Gibor: «Wer bewusst mehrdeutig formuliert, muss sich die diskriminierende Bedeutung des Textes entgegenhalten lassen.»

Verärgert über das Plakat ist man auch beim griechischen Konsulat in Zürich: Dort prüft man laut TeleZüri gemeinsam mit der Botschaft in Bern mögliche Schritte.

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