Länger im Dienst: Griechen müssen bis 65 arbeiten

Aktualisiert

Länger im DienstGriechen müssen bis 65 arbeiten

Das griechische Parlament hat ein umstrittenes Renten-Reformgesetz im Grundsatz verabschiedet. Dieses setzt ein Rentenalter auf 65 Jahre fest. Dies passt nicht allen, es wurden wieder einmal Streiks angekündigt.

159 Abgeordnete im 300-köpfigen Parlament stimmten für das Renten-Reformgesetz, 137 stimmten dagegen. Mit der Reform wird unter anderem das Rentenalter für Männer und Frauen auf 65 Jahre festgesetzt.

Bislang konnten Frauen mit 60 und in vielen Fällen auch früher in Rente gehen. Zudem wird das Durchschnitts-Rentenalter von heute 61,4 stufenweise auf 65 angehoben.

Ministerpräsident Giorgos Papandreou sagte am Mittwoch im Parlament in Athen, die Reformen seien «absolut notwendig», damit die nächsten Generationen der Griechen weiterhin eine Rente bekommen können. Am Donnerstag soll das Gesetz im Detail im Parlament besprochen und gebilligt werden.

Dutzende Mitglieder der griechischen Linkspartei (SYRIZA) haben am Mittwoch ein Riesentransparent mit dem Spruch auf griechisch und spanisch «No passaran» auf dem höchsten Hügel der griechischen Hauptstadt, den 277 Meter hohen Lykabettus, gehängt.

Das 15 mal 20 Meter grosse Transparent ist aus fast allen Regionen des Athener Zentrums sichtbar. Damit protestieren die Aktivisten gegen das harte Sparprogramm der Regierung und die Reformen im Renten- und Pensionssystem des Landes.

Streiks angekündigt

Reisende von, nach und in Griechenland müssen am Donnerstag mit erheblichen Verkehrsbehinderungen rechnen. Wegen einer Arbeitsniederlegung der Fluglotsen wird der griechische Luftraum am Donnerstag ab 09.00 MESZ für vier Stunden geschlossen bleiben. Dutzende Flüge wurden annulliert.

Viele andere sollen zeitlich versetzt stattfinden, teilten die Fluglinien am Mittwoch mit. Auch die Fähren in der Ägäis werden nicht auslaufen. Busse und Bahnen und der gesamte staatliche Bereich sollen für 24 Stunden bestreikt werden.

Die Gewerkschaften rechneten aus, dass mit den Sparmassnahmen der Regierung vor allem die Staatsbediensteten bis zu 30 Prozent ihres Einkommens verlieren werden. Griechenland muss bis 2013 im Haushalt 30 Milliarden Euro einsparen. Das Haushaltsdefizit soll bis 2014 von derzeit 13,6 auf 3,0 Prozent reduziert werden.

(sda)

Deine Meinung