Dramatische Schuldenkrise: Griechenland fleht um Finanzhilfe

Aktualisiert

Dramatische SchuldenkriseGriechenland fleht um Finanzhilfe

Athen gibt auf: Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou hat um finanzielle Unterstützung der Euro-Staaten und des Internationalen Währungsfonds (IWF) gebeten.

Griechische Euros.

Griechische Euros.

Griechenland hat am Freitag um Finanzhilfen der Euro-Staaten und des Internationalen Währungsfonds (IWF) gebeten. Ministerpräsident Giorgos Papandreou sagte auf der Ägäis-Insel Kastelorizo, er habe Finanzminister Giorgos Papaconstantinou gebeten, offiziell die Aktivierung des entsprechenden Rettungsplans anzufordern. Die Märkte hätten bislang nicht positiv auf die Sparmassnahmen der griechischen Regierung reagiert, sagte er. Es sei nun eine «nationale und dringende Notwendigkeit», die Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Erst am Donnerstag war offenbar geworden, dass die griechische Schuldenkrise noch dramatischer ist als bisher bekannt. Die europäische Statistikbehörde Eurostat korrigierte das griechische Haushaltsdefizit für das Jahr 2009 am Donnerstag auf 13,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts nach oben. Experten erklärten danach, es werde nun immer wahrscheinlicher, dass Griechenland das Rettungspaket der übrigen Euro-Staaten und des IWF in Anspruch nehmen werde.

Angesichts der neuen Zahlen stufte die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit Griechenlands am Donnerstag von A2 auf A3 herab. Erst im Dezember war eine Herabstufung von A1 auf A2 erfolgt. Als Folge der Herabstufung verteuern sich neue Darlehen für die Regierung.

Die übrigen Euro-Staaten und der IWF haben Griechenland zur Überwindung der Schuldenkrise Beistandskredite im Umfang von insgesamt 45 Milliarden Euro in Aussicht gestellt, die allerdings mit weiteren Sparauflagen verbunden werden könnten.

IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn nannte die Schuldenkrise in Griechenland ein ernstes Problem. Es gebe keine «Silberkugel», um die Angelegenheit «auf die einfache Weise» zu erledigen, sagte er am Donnerstag zu Reportern in Washington. Die Verhandlungen zwischen Athen und dem IWF hätten gerade erst begonnen und würden noch einige Zeit brauchen, sagte er weiter. Zugleich wies er Berichte zurück, der IWF plane eine Umstrukturierung der griechischen Schulden, bei der Gläubiger Abschläge hinnehmen müssten. Diese Sorge hat in den vergangenen Tagen die Finanzmärkte beunruhigt.

(dapd)

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