Sparkurs: Griechenland schwächt Reformen ab
Aktualisiert

SparkursGriechenland schwächt Reformen ab

Das hoch verschuldete Griechenland weicht seine geplante Arbeitsmarktreform leicht auf.

Die Regierung halte zwar daran fest, den Unternehmen zu gestatten, Berufseinsteigern unter 25 Jahren weniger als den offiziellen Mindestlohn von 730 Euro zu zahlen, sagte Arbeitsminister Andreas Loverdos am Dienstag vor einem Parlamentsausschuss. Zugleich stellte er aber klar, dass die Lücke mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds ausgeglichen werden soll.

Nach den in der vergangenen Woche vorgestellten Plänen hätten Berufseinsteiger einen Monatslohn von etwa 590 Euro erhalten.

Auch bei den Kündigungsfristen nimmt die Regierung in Athen Änderungen vor: Ein Angestellter mit 15 Jahren Firmenzugehörigkeit soll nun Anspruch auf eine viermonatige Kündigungsfrist haben, zuvor waren drei Monate geplant. Derzeit liegt sie bei elf Monaten.

Die sozialistische Regierungen kündigte nach Kritik aus der Opposition und den eigenen Reihen zugleich an, den Entwurf des Reformgesetzes dem Parlament vorzulegen und nicht über ein Dekret des Präsidenten durchzudrücken. Dies soll den Angaben nach noch in dieser Woche geschehen. Anfang Juli sollen die ersten Beratungen in der Kammer stattfinden.

Ein Umbau des Arbeitsmarktes war eine der Voraussetzungen für den gewaltigen Rettungstopf von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF). (sda)

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