Sparpläne: Griechenland verscherbelt Tafelsilber
Aktualisiert

SparpläneGriechenland verscherbelt Tafelsilber

Angesichts leerer Kassen will Griechenland Beteiligungen an Staatsunternehmen verkaufen, unter anderem an der nationalen Eisenbahngesellschaft.

Fahren jährlich eine Milliarde Euro Verlust ein: die griechischen Staatsbahnen (Archivaufnahme einer Athener Station, 28. Mai 2004)

Fahren jährlich eine Milliarde Euro Verlust ein: die griechischen Staatsbahnen (Archivaufnahme einer Athener Station, 28. Mai 2004)

Die Regierung in Athen braucht dringend Geld und will deshalb Staatsbeteiligungen verkaufen, wie sie am Mittwoch mitteilte. Die Hellenische Staatsbahn (OSE) verliert nach Ministeriumsangaben jährlich eine Milliarde Euro. «Es liegt auf der Hand, dass das nicht so weitergehen kann», sagte der Minister für Infrastruktur, Transport und Netzwerke, Dimitris Reppas. Die verlustreichsten Geschäfte sollten daher veräussert werden. Dazu gehöre auch die OSE-Tochtergesellschaft Trenose. 49 Prozent des Anbieters von Transportleistungen im Schienengüterverkehr stehen zum Verkauf.

Zudem wolle man sich von Teilen der Wasserwerke in Saloniki (49 Prozent) und im Grossraum Athen (zehn Prozent) trennen. Der griechische Finanzminister Giorgos Papaconstantinou kündigte auch an, 39 Prozent an der staatlichen Post veräussern zu wollen. Die Regierung werde die Mehrheitskontrolle von mindestens 51 Prozent an allen genannten Unternehmen behalten.

Wann mit dem Verkauf begonnen wird und welche Erlöse man sich erhofft, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Um Anspruch auf das milliardenschwere Hilfspaket zu haben, hatte Griechenland aber mit den Euro-Ländern und dem IWF vereinbart, in den nächsten drei Jahren Staatseigentum im Wert von einer Milliarde Euro jährlich zu verkaufen. (dapd)

Europäische Gewerkschaften planen Demo

Aus Protest gegen die Sparpläne europäischer Regierungen haben Gewerkschaften für Ende September zu einer Grosskundgebung in Brüssel aufgerufen. Die Demonstration solle am 29. September stattfinden, teilte der Europäische Gewerkschaftsbund am Mittwoch in Brüssel mit. An dem Tag steht ein Treffen der EU-Finanzminister an. Auch in anderen Ländern könne es zu Streiks und Protesten kommen.

Durch die Sparmassnahmen der Regierungen würden Arbeitsplätze abgebaut sowie Löhne und Renten gekürzt, begründete der Dachverband die Demonstration, zu der mindestens 100 000 Teilnehmer aus den 27 EU- Ländern erwartet wurden. Die Armen und die Beschäftigten im öffentlichen Dienst müssten für die Fehler der Reichen bluten, hiess es. Der Verband vertritt 82 Gewerkschaften aus 36 Ländern. (SDA)

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