Aktualisiert 31.01.2012 11:15

Kein Platz mehr

Griechische Gefängnisse sind rappelvoll

Griechenland hat nicht nur zu viele Schulden, es hat auch zu viele Verbrecher. 12 703 Gefangene belegen 9300 Plätze. Betroffene schlagen Alarm.

Fehlende Möglichkeiten treiben viele Migranten und Griechen in die Kriminalität.

Fehlende Möglichkeiten treiben viele Migranten und Griechen in die Kriminalität.

Das grösste griechische Hochsicherheitsgefängnis in der Nähe von Piräus ist restlos überfüllt und schlägt Alarm bei der Regierung. «Wir können keine Gefangenen mehr aufnehmen», schrieb der Chefwärter in einem Brief an das Justizministerium.

«Wir haben hier 2345 Menschen. Das Gefängnis hat Raum für nur 800 Leute», heisst es in dem am Dienstag in griechischen Medien veröffentlichtem Schreiben. Auch zwei kleinere Gefängnisse in der Hafenstadt Halkida und auf der Halbinsel Peloponnes nehmen keine Gefangenen mehr auf.

Ihre Direktoren warnten vor «explosiven Zuständen». «Die Situation da drin ist unerträglich. Ich kann es nicht mehr sehen», sagte der Athener Rechtsanwalt Dimitris Stamatopoulos der Nachrichtenagentur DPA. In griechischen Gefängnissen sitzen derzeit 12 703 Menschen, die Kapazität liegt eigentlich bei 9300 Menschen.

Mangelnde Möglichkeiten

Das Parlament soll in dieser Woche nach einem Gesetzentwurf des Justizministeriums Massnahmen erörtern, die zur früheren Entlassung bestimmter Häftlinge führen sollen. Wegen der überfüllten Gefängnisse ist die Regierung wiederholt von Menschenrechtsorganisationen kritisiert worden.

Hintergrund ist laut dem Verband der griechischen Rechtsanwälte eine höhere Kriminalität, weil Tausende Migranten wegen der Krise keine Möglichkeiten mehr finden, sich zu ernähren. Zudem hätten Raubüberfälle des organisierten Verbrechens stark zugenommen.

(sda)

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