Aktualisiert 05.03.2008 18:55

«Gring ache u seckle» war ihr Erfolgsrezept

Die frühere Schweizer Weltklasse-Läuferin Anita Weyermann ist rund ein Jahrzehnt nach ihrer erfolgreichsten Zeit vom Spitzensport zurückgetreten.

Die 30-jährige Bernerin war in den letzten Jahren von einer Verletzungsserie wiederholt zurückgeworfen worden; letztmals im Dezember durch einen im Training erlittenen Muskelfaserriss.

Der grösste Erfolg von Weyermann war der Gewinn von WM-Bronze über 1500 m im Jahre 1997. Zwei Jahre später wurde sie noch Cross-Europameisterin und Schweizer Sportlerin des Jahres.

Weyermanns Spruch «Gring ache u seckle» ist legendär geworden.

Anita Weyermann, Sie haben Ihren Rücktritt vom Spitzensport gegeben. Was bewog Sie zu diesem Entscheid?

Weyermann: «Ich denke, es ist der richtige Schritt im richtigen Moment. Durch die Verletzung konnte ich im Winter nicht sinnvoll trainieren. Zudem stellte ich fest, dass der Sport nicht mehr die Nummer 1 in meinem Leben ist. Ich bin mit meinem Studium gut vorwärts gekommen und habe gemerkt, dass es auch noch andere Dinge gibt.»

Wird man die Sportlerin Anita Weyermann also nie mehr sehen?

«Ich schliesse nicht aus, dass ich noch vereinzelte Strassenläufe bestreiten werde. Auf der Bahn werde ich aber nicht mehr laufen, denn das Training auf der Bahn tut meinem Körper nicht gut. Und schliesslich möchte ich auch in Zukunft noch Sport treiben können.»

Sie haben nach Atlanta und Sydney von einer dritten Olympa-Teilnahme in Peking geträumt. War dieses Ziel nicht utopisch?

«Nein. Ich habe mir in meiner Karriere immer Ziele gesetzt, die ich als realistisch erachtete. Durch die Verletzung hat sich die Situation aber natürlich verändert.»

Wie geht es mit Ihnen beruflich weiter?

«Ich habe verschiedene Optionen, noch ist aber nichts konkret. Ich habe einen Abschluss in Sportmarketing und absolviere momentan noch ein Wirtschaftsstudium (in Hagen/De - die Red.), das ich spätestens im nächsten Frühjahr abschliessen werde. Irgendetwas in diese Richtung möchte ich schon machen.

Sie blicken auf eine lange und erfolgreiche Karriere zurück. Welches war für Sie der schönste Moment und warum?

«Der EM-Titel im Crosslauf. Wenn man als Erste durchs Ziel läuft und bei der Siegerehrung die Nationalhymne hört, ist dies schon etwas Spezielles. Zudem weiss man, dass man an diesem Tag nichts hätte besser machen können.»

(si)

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