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Tranchenweise BeschaffungGripen soll auch gegen Volkswillen gekauft werden

Anderthalb Monate vor der Abstimmung ist der Glaube an ein Volks-Ja bei den Gripen-Freunden offensichtlich nicht mehr gross. Sie arbeiten mit Hochdruck an einem Plan B.

von
bee
Der Gripen dürfte beim Volk einen schweren Stand haben.

Der Gripen dürfte beim Volk einen schweren Stand haben.

Auch wenn das Volk am 18. Mai Nein zum Kauf von 22 Gripen-Kampfflugzeuge sagt, wollen bürgerliche Politiker den Kampfjet trotzdem kaufen. Und vor allem: Der Gripen soll dann am Volk vorbeigeschmuggelt werden.

Unter Anführung des einflussreichen Präsidenten der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats, Thomas Hurter, arbeiten die Gripen-Freunde bereits an einem entsprechenden Plan B. Anderthalb Monate vor der Abstimmung ist der Glaube an ein Volks-Ja offensichtlich nicht mehr gross.

Keine Spezialfinanzierung

Seit Tagen hausiert Hurter mit einem Plan, wie ohne Volkssegen nicht nur die F5-5 Tiger-Kampfflugzeuge, sondern auch gleich die ebenfalls angejährten F/A-18-Jets ersetzt werden können. Der frühere Berufsmilitär- und heutige Linienpilot bestätigt gegenüber der «SonntagsZeitung»: «Für den Fall, dass das Volk den Gripen ablehnt, braucht es einen Plan B.

Dieser könnte eine tranchenweise Beschaffung eines Kampfflugzeugs sein», sagt der SVP-Nationalrat. Konkret: Das Verteidigungsdepartement soll nach einem entsprechenden Parlamentsbeschluss «alle 15 Jahre eine Staffel an 12 Flugzeugen» ordern. Auf diese Weise sollen die derzeit 86 alten Kampfjets durch 50 bis 70 neue Flieger ersetzt werden. Vorteil aus Sicht Hurters: «Diese Tranchen kann man in die ordentlichen Rüstungsprogramme integrieren.» Es braucht keine Spezialfinanzierung wie beim jetzigen 3,1-Milliarden-Gripen-Projekt.

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