Grippewelle: Grippe füllt Notfallstationen der Spitäler
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GrippewelleGrippe füllt Notfallstationen der Spitäler

Die Grippewelle sorgt für überfüllte Notfallstationen in den Schweizer Spitälern. Einige stocken nun ihren Personalbestand auf. So auch der Kindernotfall des Berner Inselspitals.

Das Team wird nun um einen Oberarzt und zwei Pflegende erweitert. Das zusätzliche Personal wird derzeit rekrutiert, teilte das Inselspital am Dienstag mit. Am Sonntag sei es mit 115 kleinen Patienten zu einem Rekordandrang gekommen.

Jedes Kind werde behandelt und in der Regel innerhalb einer halben Stunde von einem Arzt begutachtet. Bei der weiteren Behandlung könne es bei leichteren Fällen aber zu Wartezeiten kommen, obschon das Notfallteam zahlreiche Überstunden leiste.

Auch im Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB) läuft die Notfallstation seit den Festtagen auf Hochtouren. An die 120 Grippefälle würden die Ärzte Tag täglich untersuchen, wie eine Sprecherin erklärte. Um dem Andrang Stand zu halten, sei auch bei ihnen das Personal der Notfallstation aufgestockt worden und rund um die Uhr im Einsatz.

Das Universitätsspital in Lausanne verzeichnet ebenfalls einen erhöhten Andrang auf ihre Notfallstation. Dies führt es aber nur teilweise auf die Grippe zurück. Der Winter sei sowieso eine hektische Zeit sagte ein Sprecher.

Bislang sei das Spital aber ohne zusätzliches Personal ausgekommen. Eine personelle Aufstockung war bislang auch im Universitätsspital Genf nicht nötig.

Neue Notfallpraxis

Und auch die Notfallstation des Zürcher Waidspital bekommt die Grippe zu spüren. So herrsche zurzeit Bettenknappheit, sagte Spitaldirektor Rolf Gilgen. Die Konsultationen in der Notfallstation nähmen aber schon seit Jahren kontinuierlich zu. Mit einer neuen Notfallpraxis will das Spital zusammen mit den Hausärzten den Engpass beheben.

Die neue Notfallpraxis werde sich direkt neben der bisherigen Notfallstation befinden, bestätigte Gilgen einen entsprechenden Artikel von «tages-anzeiger.ch». Die Patienten würden in der Notfallstation ein erstes Mal untersucht und je nach Diagnose an die Praxis überwiesen.

Diese werde tagsüber von einem Spitalarzt bedient, ab 16 Uhr und an den Wochenenden von einem Hausarzt. Dies ermögliche den Hausärzten ihren Notfalldienst zu verrichten und entlaste die Notfallstation des Spitals. Viele «Notfälle», wie die Grippepatienten, könnten nähmlich gut vom Hausarzt untersucht und behandelt werden, sagte Gilgen.

Die neue Notfallpraxis wird am 2. März eröffnet. Die Stadt Zürich beteiligt sich mit rund 2 Millionen Franken.

(sda)

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