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Grippe-Pandemie würde Millionen ausradieren

Eine schwere weltweite Grippewelle wie die Spanische Grippe von 1918 könnte einer neuen Studie zufolge bis zu 81 Millionen Menschen das Leben kosten.

Für ihre Berechnungen übertrugen die Forscher die historischen Sterblichkeitsraten des Virus', das die so genannte Spanische Grippe auslöste, auf die heutigen Bevölkerungszahlen. Sie kamen dabei auf 51 bis 81 Millionen Tote. Diese Zahlen seien überraschend hoch, erklärte Forschungsleiter Chris Murray von der Harvard-Universität.

Murray hatte die Zahlen eigentlich analysiert, weil er frühere Schätzungen von 50 Millionen möglichen Tote für völlig übertrieben hielt. «Wir erwarteten eine Zahl zwischen 15 und 20 Millionen,» sagte Murray. «Aber wir lagen falsch.» Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse in der am Samstag erscheinenden Ausgabe des britischen Magazins «The Lancet».

Bei der Spanischen Grippe 1918, der schwersten bislang bekannt gewordenen weltweiten Erkrankungswelle, starben mindestens 40 Millionen Menschen. Grippe-Pandemien variieren aber in ihrer Stärke. Die letzten beiden, 1957 und 1968, waren relativ mild, dabei starben zwei beziehungsweise eine Million Menschen. Was aber bei einer weiteren weltweiten schweren Erkrankungswelle tatsächlich passieren würde, ist auch für die Forscher derzeit nur schwer abzusehen. (dapd)

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