Grippeepidemie immer schlimmer
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Grippeepidemie immer schlimmer

Die seit gut zwei Wochen grassierende Grippe-Epidemie zwingt grosse Teile der Schweizerinnen und Schweizer ins Bett. Doch die Grippeepidemie hat ihren Höhepunkt laut Expertenschätzung noch nicht erreicht.

Davon geht das Bundesamt für Gesundheit (BAG) aus. Die Zahl der gemeldeten Verdachtsfälle stieg innerhalb einer Woche von 211 auf 318 pro 100 000 Einwohner. Das entspricht einem Vielfachen des epidemischen Grenzwerts von 58 Fällen.

Die Epidemie hat sich mittlerweile über die ganze Schweiz ausgebreitet, wie Jean-Louis Zürcher vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) sagte. Die meisten Grippe-Verdachtsfälle werden aus dem Tessin und aus Graubünden gemeldet. Die wenigsten Fälle seien in Bern, Freiburg und Jura registriert worden, sagte Zürcher weiter.

Auf der Innerschweiz auf dem Vormarsch

Auch die Innerschweiz ist jetzt stark betroffen. Noch vor einer Woche war die Aktivität der Influenza in den Kantonen Glarus, Luzern, Ob- und Nidwalden, Schwyz, Uri und Zug bloss als «erhöht» eingestuft worden. Mittlerweile gilt für das ganze Land: Grippe «weit verbreitet»: Die Zahl der Verdachtsfälle ist innert Wochenfrist von 21,6 auf 33 pro 1000 Arztkonsultationen gestiegen.

Wie stark die Grippewelle wird, lässt sich laut Zürcher nicht voraussagen. Man gehe aber davon aus, dass der Höhepunkt noch nicht erreicht sei. Die Zahl der Arztkonsultationen wegen Grippeverdachts sei noch tiefer als zum Höhepunkt der Epidemie des vergangenen Winters und etwa halb so hoch wie bei heftigen Grippewellen.

Impfen: Jetzt ist es zu spät

Der grösste Teil der Erkrankten dürfte laut Zürcher zu den unter 65-Jährigen gehören. Sie werden nun geplagt von den typischen Symptomen Fieber, Schüttelfrost, Schnupfen, Hals- und Gelenkschmerzen, weil sie sich nicht impfen liessen. Die Älteren haben besser vorgesorgt. «60 Prozent der über 65-Jährigen sind geimpft», sagte Zürcher.

Unklar ist auch noch, wie viele Menschen diese Saison schon an der Grippe gestorben sind. In den vergangenen Jahren starben in der Schweiz jedes Jahr zwischen 400 und 1000 Menschen an den Folgen der Grippe. 1000 bis 5000 Personen müssen jedes Jahr wegen Grippe ins Spital.

Und: Wer sich erst jetzt impfen lässt, kann der Infektionskrankheit nicht unbedingt entgehen. «Denn eine Impfung braucht 14 Tage, bis man geschützt ist», sagte Zürcher. Das Grippe-Virus wird durch Niesen und Husten leicht von Mensch zu Mensch übertragen.

(SDA/AP)

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