Aktualisiert 05.01.2017 15:38

Volle Spitäler

Grippevirus legt so viele Basler flach wie nie zuvor

Das Universitätsspital Basel verzeichnet diesen Winter überdurchschnittlich viele Grippe-Patienten. Laut Experten ist dies jedoch erst der Anfang.

von
jd
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Die Zahl der Grippepatienten in der Region Basel stieg innerhalb einer Woche von 80 pro 100 000 Einwohner auf 176.

Die Zahl der Grippepatienten in der Region Basel stieg innerhalb einer Woche von 80 pro 100 000 Einwohner auf 176.

Keystone/Martin Ruetschi
Das Universitätsspital Basel spricht von Rekordwerten. Zurzeit werden mehr Grippefälle verzeichnet als zum selben Zeitpunkt im Spitzenjahr 2015.

Das Universitätsspital Basel spricht von Rekordwerten. Zurzeit werden mehr Grippefälle verzeichnet als zum selben Zeitpunkt im Spitzenjahr 2015.

Keystone/Georgios Kefalas
Ist die Influenza ausgebrochen, rät Apotheker Andreas Tempini das Fieber zu behandeln, zu ruhen und ganz viel zu trinken.

Ist die Influenza ausgebrochen, rät Apotheker Andreas Tempini das Fieber zu behandeln, zu ruhen und ganz viel zu trinken.

Die Region Basel leidet unter einer anhaltenden Grippewelle. Die gemeldeten Fälle haben sich laut einem Bericht der «Basellandschaftlichen Zeitung» seit vergangener Woche verdoppelt. Von 80 Grippepatienten pro 100'000 Einwohner stieg die Zahl bereits auf 176, zeigen Zahlen des Bundes.

Das Universitätsspital Basel spricht in der «Tageswoche» von Rekordwerten. Zurzeit würden mehr Grippefälle verzeichnet als zum selben Zeitpunkt im Spitzenjahr 2015. Es sei keineswegs übertrieben, aufgrund einer Grippe das Spital aufzusuchen: «Eine schwere Influenza ist eine potenziell tödliche Erkrankung», so Sprecher Martin Jordan. Im Unispital starben 2015 elf Personen daran. Das Personal arbeite zurzeit rund um die Uhr verstärkt. Von einer schnellen Besserung der Situation kann zurzeit nicht ausgegangen werden.

«Grippe trifft Patienten wie ein Blitz»

Dies bestätigt Philip Tarr, Co-Chefarzt und leitender Arzt der Infektiologie und Spitalhygiene am Bruderholzspital. Er geht davon aus, dass es bis Ende Februar noch massiv mehr Fälle geben wird. «Aussergewöhnlich ist, dass die Häufung der Grippefälle schon deutlich vor Weihnachten und Neujahr begonnen hat, also zwei bis drei Wochen früher als in den letzten Jahren», sagt er. Trotz der düsteren Prognose handle es sich beim diesjährigen Erreger jedoch nicht um einen besonders aggressiven Virus.

Grippaler Infekt oder Grippe?

«Nicht jeder, der erkältet ist, hat eine Grippe», betont Apotheker Andreas Tempini von der Basler Anfos-Apotheke. Unterscheiden müssen Patienten zwischen dem grippalen Infekt, der sich schleichend äussere, und der Grippe, die «wie ein Blitz aus heiterem Himmel» einschlägt. Ist die Influenza einmal ausgebrochen, rät Tempini, das Fieber zu behandeln, zu ruhen und ganz viel zu trinken. Nach sieben bis zehn Tagen ist das Schlimmste meist vorbei. «Dann braucht der Mensch jedoch noch zwei Wochen Erholung, weil er während dieser Zeit anfällig für andere Erkrankungen ist, beispielsweise eine Lungenentzündung», so Tempini.

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