Aktualisiert 15.01.2020 15:59

Influenzaviren Grippewelle rollt über die Schweiz

Zahlreiche Menschen in der Schweiz leiden an der Grippe. Der epidemische Schwellenwert wurde bereits überschritten.

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Auf den ersten Blick ähneln sich die typischen Symptome von Grippe und Erkältung sehr.

Auf den ersten Blick ähneln sich die typischen Symptome von Grippe und Erkältung sehr.

kein Anbieter/Clerkenwell
Auch die Art der Ansteckung verläuft gleich: über Tröpfcheninfektion. Doch es gibt Unterschiede zwischen den beiden Virenerkrankungen. Welche das sind, zeigen die folgenden Bilder.

Auch die Art der Ansteckung verläuft gleich: über Tröpfcheninfektion. Doch es gibt Unterschiede zwischen den beiden Virenerkrankungen. Welche das sind, zeigen die folgenden Bilder.

Screenshot Youtube/Massachusetts Institute of Technology
Erkältung:  Eine Infektion mit Rhinoviren entwickelt sich in der Regel schleichend.

Erkältung: Eine Infektion mit Rhinoviren entwickelt sich in der Regel schleichend.

iStock/Seb_ra

Die Grippewelle hat die Schweiz spät erreicht. Grippeähnliche Erkrankungen sind laut dem Lagebericht des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) per 14. Januar schweizweit verbreitet. Die Inzidenz ist steigend.

In der zweiten Januarwoche wurden von 156 Ärztinnen und Ärzten des Sentinella-Meldesystems 12,1 Grippeverdachtsfälle pro 1000 Konsultationen gemeldet, wie den aktuellen BAG-Zahlen vom Mittwoch zu entnehmen ist. Das entspricht hochgerechnet 95 Fällen pro 100'000 Einwohner.

15- bis 29-Jährige sind am meisten betroffen

Der saisonal epidemische Schwellenwert von 69 Grippeverdachtsfällen wurde somit überschritten. Im Vorjahr hatte die Grippewelle die Schweiz in der zweiten Januarwoche erreicht. 2018 war die Grippeepidemie bereits im Dezember ausgebrochen.

Die Inzidenz war per 14. Januar 2020 in der Altersklasse der 15- bis 29-Jährigen am höchsten. Die Grippe trat weit verbreitet in den Westschweizer Kantonen Genf, Neuenburg, Waadt und Wallis auf.

Keine Influenzaviren in Graubünden und im Tessin

Verbreitet gab es Grippefälle in allen übrigen Kantonen mit Ausnahme von Graubünden und Tessin. In den beiden letztgenannten Kantonen waren laut BAG in den vergangenen zwei Wochen alle Abstriche negativ. In fast allen Regionen und Altersgruppen ist die Inzidenz steigend.

In Europa meldeten laut BAG in den vergangenen Wochen die meisten Länder eine mittelhohe Aktivität der grippeähnlichen Erkrankungen. Der Trend ist in fast allen Ländern steigend.

Influenzaviren zirkulieren vor allem in der kalten Jahreszeit und verursachen praktisch jeden Winter eine Grippewelle. Die Intensität und der Schweregrad der Grippewelle sind von Jahr zu Jahr unterschiedlich.

In der Schweiz führt die Grippe laut BAG jedes Jahr zu 112'000 bis 275'000 Arztkonsultationen (gemäss Überwachungssystem Sentinella). Aufgrund von Krankheitskomplikationen kommt es ausserdem zu mehreren tausend Hospitalisationen und zu mehreren hundert Todesfällen. Davon betroffen sind vorwiegend Menschen mit einem erhöhten Risiko für Grippekomplikationen, etwa Schwangere, Frühgeborene, ältere Menschen und Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen. (sda)

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