«Kam jede Nacht zurück» - Grizzlybär terrorisiert Mann in Wildnis von Alaska über Tage
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«Kam jede Nacht zurück»Grizzlybär terrorisiert Mann in Wildnis von Alaska über Tage

Die US-Küstenwache rettete einen Mann aus der Wildnis Alaskas, wo er seit mehreren Tagen immer wieder von einem Grizzlybär angegriffen und bedroht wurde. Nur dank viel Glück wurde er entdeckt.

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Grizzlybären können bis zu 680 Kilogramm schwer werden.

Grizzlybären können bis zu 680 Kilogramm schwer werden.

Reuters
In diesem verlassenen Container suchte der Mann Schutz.

In diesem verlassenen Container suchte der Mann Schutz.

U.S. Coast Guard
Schliesslich entdeckte ihn die Crew eines MH-60-Helikopters der Küstenwache.

Schliesslich entdeckte ihn die Crew eines MH-60-Helikopters der Küstenwache.

Wikipedia/ U.S. Coast Guard

Darum gehts

  • Ein Mann wurde in der Wildnis Alaskas über Tage vom selben Grizzlybären angegriffen.

  • Er wurde verletzt und hatte nur noch zwei Schuss Munition.

  • Dank Zufall entdeckte ihn die Crew eines Helikopters der Küstenwache und flog ihn in Sicherheit.

Als der MH-60-Helikopter der Küstenwache neben ihm landete, war der nicht identifizierte Mann im Alter um die 60 auf alle viere gesunken und schwenkte noch immer eine kleine weisse Flagge. Sein Bein war notdürftig verbunden und er war offensichtlich völlig erschöpft und übermüdet.

Die Tage zuvor hatten sich für den Outdoor-Fan in den Weiten Alaskas zunehmend beängstigend gestaltet. Bei seinem Ausflug rund 60 Kilometer von der kleinen Stadt Nome entfernt war er von einem Grizzly angegriffen und verletzt worden. «Der Bär hatte ihn am Bein gepackt und zum Fluss hinabgezerrt», sagt Jared Carbajal, einer der Piloten des Helikopters, gegenüber der «New York Times» (Bezahlartikel). Irgendwie konnte er dem Bären entkommen. Doch damit war es nicht getan: «Er erzählte uns, dass der Bär nach dem ersten Angriff jede Nacht zurückgekommen sei und, dass er deswegen seit mehreren Tagen nicht mehr geschlafen habe.»

Nur noch zwei Schuss und keinen Empfang

Der Mann habe «definitiv» so ausgesehen, als sei er eine ganze Weile draussen gewesen. Er habe zwar eine Pistole, aber nur noch zwei Schuss Munition gehabt. In seiner Not hatte sich der Verirrte – der in der Gegend ohne Netzabdeckung auch ohne Satellitentelefon unterwegs war – in die Container-Baracke einer verlassenen Schürf-Station gerettet und dort fast eine Woche ausgeharrt. Auf dem Dach der Hütte hatte er ein SOS-Zeichen angebracht. Dann hatte er grosses Glück: Ein Helikopter der Küstenwache, der nach Nome unterwegs war, um Forscherinnen und Forscher zur Beobachtung von Walen und Seelöwen abzuholen, war wegen einer Wolkenbank von seinem geplanten Kurs abgewichen und in der Nähe des Goldgräber-Camps vorbeigeflogen.

«Der Mann stürzte aus seiner Hütte und begann zu winken. Ich fragte meinen Copiloten, ob er mit einer oder beiden Händen winkte, und die Antwort war: mit beiden.» Da dies üblicherweise ein Notsignal ist, drehte Carbajal ab und landete bei der Hütte. Der Gerettete wurde nach Nome geflogen, wo er darauf bestand, selbst zu einer wartenden Ambulanz zu gehen. «Man sah, das er langsam vom Adrenalin herunterkam und realisierte, wie viel Glück er gehabt hatte», so Carbajal.

10 Tote wegen Bärenattacken

Eine Sprecherin der Küstenwache sagte, es sei sehr ungewöhnlich, mehrere Begegnungen mit dem selben Bären zu erleben. Die Situation des Mannes sei «zunehmend aussichtslos» geworden.

Gemäss einer Erhebung durch die Behörden wurden in Alaska zwischen 2000 und 2017 insgesamt 68 Menschen bei Angriffen von Bären verletzt, zehn Menschen überlebten dies nicht. «Der Fall zeigt, wie wichtig es ist, eine Notrufbake oder ein Satellitentelefon dabeizuhaben», liess die Küstenwache verlauten.

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(trx)

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