Aktualisiert 11.08.2007 22:49

Grösste Party der Welt

Als vibrierendes Menschenmeer begleiteten 800 000 Raver an der Street Parade in Zürich die 23 Love Mobiles auf 2,4 Kilometern ums Zürcher Seebecken.

BILDSTRECKE

Wiederum wurde viel nackte Haut gezeigt; Lackstiefel, Netzstrümpfe, Federnschmuck, Haarkämme in allen Farben und weitere Extravaganzen stachen heraus. Im Laufe des Tags verzogen sich die Regenwolken.

Zum Sound von DJ Loco Dice eröffnete Street-Parade-Gründer Marek Krynski am Utoquai um 14.30 Uhr den Umzug. Mit 23 Love Mobiles waren wegen technischer Probleme und aus finanziellen Gründen zwei fahrbare Partybühnen weniger auf der Parade-Strecke als vorgesehen, wie Sprecher Stefan Epli auf «Tele Züri» sagte. 2006 waren es 30 Mobile gewesen. Erstmals mit dabei waren Studierende der ETH, die gegen das Klischee der «weltfremden Stubenhocker» antanzten.

Die Route der grössten Open-Air-Party der Schweiz führte vom Utoquai im Zürcher Seefeld bis zum Hafendamm Enge. Dort sollte der Umzug gegen 22.00 Uhr zu Ende gehen. Vier Bühnen entlang der Strecke luden auch noch nach der schrägen Parade beim Opernhaus, Limmatquai, Bürkliplatz und beim Kongresshaus zum Abtanzen und Eintauchen in Lichtshows ein. Insgesamt legten über 200 DJs auf, unter ihnen auch DJ Paul von Dyk aus Deutschland, Nummer 1 im weltweitern DJ-Ranking. Nach Umzugsende war vor dem Opernhaus eine Lasershow vorgesehen. Nebst der offiziellen Parade sollten in und um Zürich rund 100 Parties steigen.

Im Sinne des diesjährigen Mottos «Respect!» verkehrten die Love Mobiles erstmals klimaneutral. Doch der Slogan galt gemäss dem veranstaltendem Verein nicht nur dem Respekt von Natur und Umwelt, sondern auch dem Respekt vor dem Selbst und den Mitmenschen.

Aus polizeilicher Sicht verlief der Mega-Tanzevent vorerst ohne Probleme, wie Sprecherin Nicole Gerzner sagte. Fünf Personen seien wegen Verdachts auf Drogenhandel festgenommen worden. Eine Verzeigung wurde wegen unerlaubten Alkoholverkaufs gemacht. Da und dort hätten Partyfreaks wegen zu lauter Musik ermahnt werden müssen.

Wie die Polizei standen auch Feuerwehr und Rettungskräfte im Grosseinsatz. An den 13 Sanitätsposten wurden bis am frühen Abend insgesamt 75 Personen behandelt, von denen vier zur Abklärung ins Spital gebracht werden mussten. Fünf der Behandelten hatten laut Stadtpolizei übermässig Alkohol, zwei übermässig Drogen konsumiert.

Die Substanzentests der Jugendberatung Streetwork stiessen laut Leiter Donald Ganci auf grosse Nachfrage. Bis am frühen Abend seien keine unbekannten Stoffe oder extreme Überdosierungen festgestellt worden, sagte er. Reissenden Absatz fanden auch die Ohrenstöpsel an den Standorten der städtischen Beratungsstelle.

Die SBB stellten auch dieses Jahr 110 Extrazüge mit zusätzlichen 90.000 Plätzen bereit. Die S-Bahnen verkehrten bis Sonntag um 04.00 Uhr und die Trams und Busse in der Stadt durchgehend.

(sda)

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