Grösster Aufwand - herrliche Aussicht
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Grösster Aufwand - herrliche Aussicht

Turin 2006 wird die komplexeste und aufwändigste Gesamtproduktion, die je vpm Schweizer Fernsehen realisiert wurde. Das Olympia-Studio steht hoch über Sestriere und bietet eine einmalige Aussicht.

Fast der ganze Ort liegt einem hier zu Füssen. Das olympische Dorf ist zu sehen, dazu die Türme, die Wahrzeichen von Sestriere, der Slalomhang, weiter hinten die Abfahrtspiste und die Gipfel der Bergkette. Angesichts dieses Panoramas versteht man den Entscheid der Verantwortlichen, die das Olympiastudio nicht unten im grauen Turin, sondern oben in Sestriere platziert haben wollten. Hier kann man den Überblick wahrlich nicht verlieren.

Turin liegt zudem aus Schweizer Sicht ohnehin weniger zentral als die Bergregion um Sestriere, wo die meisten Schweizer Sportler auftreten. «Sollte Stéphane Lambiel unten in Turin eine Medaille gewinnen, kommt er am nächsten Tag gewiss gerne hier herauf ins Studio», sagt Roland Mägerle, Leiter Grossoperationen von SRG SSR idée suisse. Er und seine Crew dürfen zu Recht stolz sein auf ihr Studio, das viel an Olympia-Atmosphäre in die Stuben bringt.

Für das kleine Olympia- Studio war gar noch eine Baubewilligung nötig. Rund 23 Millionen Franken wendet die SRG SSR idée suisse für Rechte- und Produktionskosten auf. 220 Personen aller Unternehmenseinheiten berichten aus Italien. Anfang Januar wurden rund 40 Tonnen Material nach Italien verschoben.

Interviews beschränken sich aber selbstverständlich nicht auf das Olympia-Studio, von wo täglich um 20.00 Uhr die Magazinsendung «Pronto Torino» gesendet wird. Neben 40 Positionen für die Kommentatoren stehen an den Wettkampfstätten weitere 25 Einheiten für Live-Interviews und Präsentationen zur Verfügung.

Auf den Abfahrtspisten mögen die Österreicher dominierend sein, doch die Bilder dazu liefern die Schweizer. Im Auftrag des Host Broadcasters TOBO (Torino Olympic Broacasting Organisation) ist die SRG SSR idée suisse an den Turiner Spielen verantwortlich für die Fernsehproduktion aller alpinen Speed-Wettbewerbe, das heisst aller Abfahrten und Super-G von Frauen und Männern. Alleine für diese Aufgabe waren zusätzlich nochmals 150 Personen nötig, die unter der Gesamtleitung von Arthur Hächler und der Chefregie von Beni Giger dafür sorgen werden, dass spektakuläre Bilder um die Welt gehen.

Insbesondere die Bilder der Heim-WM 2003 in St. Moritz, aber auch die jährlichen Übertragungen vom Lauberhorn oder vom Adelbodner Kuonisbergli hatten den olympischen Hostbroadcaster dazu bewogen, die anspruchsvolle Produktionen in die erfahrenen Hände der Schweizer Produzenten zu geben. Die Arbeit ist aber nicht immer ganz einfach. In Turin beispielswiese hat der Hostbroadcaster einen chinesischen Bautrupp engagiert, der für diverse Arbeiten wie den Aufbau der Zieltribünen oder Plattformen für Fotografen und Kamerapositionen eingesetzt wird. Von diesen Arbeitern spricht aber keiner auch nur ein Wort englisch. «Wir kommunizieren mit ihnen über einen Dolmetscher, der immer mit dabei sein muss. Das klappt inzwischen ganz gut», sagt Chef-Regisseur Beni Giger lachend.

(si)

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