Muldenkipper eDumper: Grösstes E-Fahrzeug der Welt ist «Swiss made»

Aktualisiert

Muldenkipper eDumperGrösstes E-Fahrzeug der Welt ist «Swiss made»

Vergiss Tesla und Konsorten: Das grösste Elektroauto der Welt stammt aus der Schweiz, wiegt 58 Tonnen und arbeitet ab Montag in einem Steinbruch.

von
lab
Noch nie hat ein vergleichbares Fahrzeug eine derart grosse Menge an CO2 einsparen können. Der eDumper spart in den kommenden 10 Jahren bis zu 1300 Tonnen CO2 ein.

Noch nie hat ein vergleichbares Fahrzeug eine derart grosse Menge an CO2 einsparen können. Der eDumper spart in den kommenden 10 Jahren bis zu 1300 Tonnen CO2 ein.

eMining
Der eDumper wird Kalk- und Mergelgesteine aus einem höher gelegenen Abbaugebiet in eine tiefergelegene Verarbeitungsanlage transportieren. Bei der voll beladenen Talfahrt werden die Batterien mittels Rekuperation der Bremsenergie geladen.

Der eDumper wird Kalk- und Mergelgesteine aus einem höher gelegenen Abbaugebiet in eine tiefergelegene Verarbeitungsanlage transportieren. Bei der voll beladenen Talfahrt werden die Batterien mittels Rekuperation der Bremsenergie geladen.

eMining
Der umweltfreundliche eDumper wurde auf Basis eines diesel-betriebenen Muldenkippers des Typs Komatsu HD 605-7 komplett neu aufgebaut.

Der umweltfreundliche eDumper wurde auf Basis eines diesel-betriebenen Muldenkippers des Typs Komatsu HD 605-7 komplett neu aufgebaut.

eMining

Der in den vergangenen 18 Monaten konzipierte Elektromuldenkipper sorgt fur gleich drei Weltrekorde:

1. Der eDumper ist das grösste und stärkste batteriebetriebene Elektro-Radfahrzeug der Welt.

2. Dazu wurde ihm die grösste je fur ein Elektrofahrzeug hergestellte Batterie eingebaut, welche mit 4,5 Tonnen so schwer wie zwei komplette Pws ist.

3. Noch nie hat zudem ein vergleichbares Fahrzeug eine derart grosse Menge an CO2 einsparen können. Der eDumper wird die nächsten 10 Jahre jährlich uber 300'000 Tonnen transportieren. Dabei spart das Fahrzeug in den kommenden 10 Jahren bis zu 1300 Tonnen CO2 und 500'000 Liter Diesel ein.

Wer bremst, gewinnt!

Der eDumper wird Kalk- und Mergelgesteine aus einem höher gelegenen Abbaugebiet in eine tiefergelegene Verarbeitungsanlage transportieren. Bei der voll beladenen Talfahrt werden die Batterien mittels Rekuperation der Bremsenergie geladen. Der so erzeugte Strom reicht nach vorläufigen Berechnungen fur die unbeladene Ruckfahrt bergauf ins Abbaugebiet weitgehend aus. Er wäre damit ein Null-Energie-Fahrzeug.

Vom Dieselmotor zum Elektroantrieb

Der umweltfreundliche eDumper wurde auf Basis eines diesel-betriebenen Muldenkippers des Typs Komatsu HD 605-7 komplett neu aufgebaut. Um den Elektroantrieb optimal zu dimensionieren, haben Forschende der Berner Fachhochschule am Institut fur Energie- und Mobilitätsforschung IEM das herkömmliche Modell mit vielerlei Sensoren bestuckt, damit zahlreiche Messdaten gewonnen werden konnten. Unter anderem das nötige Drehmoment an der Kardanwelle sowie die Leistungsabgabe des Motors zusammen mit dem jeweiligen Fahrzustand und den GPS-Daten des Fahrzeugs gemessen.

Das BFH-Zentrum Energiespeicherung befasste sich daraufhin mit der Evaluation geeigneter Batteriezellen und der Kuhlung eines Batteriemoduls. So wurden die passenden Li-Ionen-Zellen herausgesucht und eines der mit den ausgewählten Batteriezellen konfektionierten Batteriemodule in einer speziellen, in einem Schiffscontainer untergebrachten Testanlage, gepruft.

Grösstes E-Fahrzeug der Welt ist «Swiss made»

Vergiss Tesla und Konsorten: Das grösste Elektroauto der Welt stammt aus der Schweiz, wiegt 58 Tonnen und arbeitet ab Montag in einem Steinbruch.

Batterien werden überwacht

Um die Langlebigkeit und Robustheit der Technik zu gewährleisten, wurden von der Interstaatlichen Hochschule fur Technik Buchs Erschutterungen des Diesel-Muldenkippers im realen Einsatz und die Wärmeabgabe der Batteriezellen des kunftigen eDumpers untersucht. Dieses Forscherteam konzipierte auch das Thermomanagement fur das Batteriepaket, berechnete die nötige Stärke der Batteriehalterung und die Auslegung der Schweissnähte. Ihm obliegt auch die Überwachung der eDumper-Batterie im realen Einsatz.

Damit die Brandsicherheit einer derart grossen Batteriezelle gewährleistet ist, uberprufte die Materialforschungsanstalt Empa das Verhalten der verwendeten Li-Ionenzellen im Falle eines Kurzschlusses oder einer mechanischen Beschädigung. Nie zuvor ist ein Landfahrzeug mit einem solch gewaltigen Akkupaket bestuckt worden. Der eDumper ist nun so konstruiert, dass eine «durchgehende» Zelle keine Nachbarzellen in Mitleidenschaft ziehen kann.

Nicht nur die Konzeption des eDumpers geschah in der Schweiz, auch die verbauten Komponenten stammen zum grossen Teil von schweizerischen mittelständischen Unternehmen. Das grösste Elektroauto der Welt wurde heute in Anwesenheit von zahlreichen Vertretern aus Wirtschaft und Politik auf den Namen «Lynx» (Luchs) getauft und nimmt kommende Woche im Steinbruch der Vigier Ciment seine Arbeit auf.

Deine Meinung