Grohl huldigt seinen Helden
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Grohl huldigt seinen Helden

Die Gerüchte kursierten schon lange: Dave Grohl, Gitarrist der Foo Fighters und ehemals Schlagzeuger der selbst schon zur Legende gewordenen Band Nirvana, arbeitet an einer Hommage an seine persönlichen Musik-Heroen.

Nach vier Jahren hat der Workaholic und Multiinstrumentalist das Ergebnis nun unter dem Namen Probot veröffentlicht. Sämtliche elf Songs hat 35-Jährige selbst geschrieben, nahezu alle Instrumente persönlich eingespielt und die Aufnahmen anschliessend seinen Heroen zugesandt, damit sie die Rohfassungen mit Text und Gesang vervollständigen. Dabei hat Grohl nicht nur das Songwriting berücksichtigt, sondern auch den typischen Klangfarben der Bands Beachtung geschenkt.

Der rote Teppich der Ehrerweisung wurde unter anderem ausgerollt vor Cronos, dem Sänger der Black-Metallegende Venom, Lemmy (Motörhead), Wino (St. Vitus), Kurt Brecht (D.R.I.), King Diamond (Mercyful Fate), Snake (Voivod) und Max Cavalera (Sepultura). Selbst das CD-Cover wurde von Away, Schlagzeuger der extravaganten kanadischen Metal-Band Voivod in gewohnter Manier gestaltet und gezeichnet.

Cronos erhält die Ehre des ersten Songs und singt traditionell diabolisch über die «Centuries of Sin» und Motörhead erhalten durch «Shake your Blood» einen exzellenten Rocker, der sich als frischer Klassiker ins Repertoire der Engländer einreihen wird. Kurt Brecht krächzt mit seiner charismatischen Stimme, die die Hardcore-Legende D.R.I. unterstützt hat, «Silent Spring». Eine angesehene Persönlichkeit des Doom-Metal, Wino, tönt auf einem der Galanummern der CD, dem düsteren, lauten, rockigem und für St. Vitus-Verhältnisse temporeichen «The Emerald Law». Snake, seines Zeichens Sänger der Spacerocker Voivod widmet sich gewohnt brachial dem «Dictatosaurus» und der teuflische King Diamond kreischt und lacht in bester Metal-Manier zum Abschluss des Albums (den Hidden-Track ausser Acht gelassen) ironisch-finster ein «Sweet dreams».

Dave Grohl hat sich mit dieser CD seinen eigenen Sampler zusammengestellt, der quer durch die Underground Metal-Szene der 80er Jahre und Anfang 90er Jahre streift, und eine gelungene Hommage geschaffen, die die alte Anhänger dieses Genres zum Griff in verstaubte Kassettenkisten und Plattenregale nötigt - und neue Fans anlocken wird.

(Michael Hinz) (dapd)

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