Es ist offiziell: Grosjean debütiert am Sonntag in der Formel 1
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Es ist offiziellGrosjean debütiert am Sonntag in der Formel 1

Die Schweiz ist in der Formel 1 ab sofort mit zwei Fahrern vertreten. Romain Grosjean wird für Renault am kommenden Wochenende im Grand Prix von Europa in Valencia wie erwartet als Nachfolger des vor zwei Wochen entlassenen Nelson Piquet sein Debüt geben.

Über 13 Jahre, nach dem dritten und letzten erfolglosen Auftritt von Jean-Denis Delétraz, waren vergangen, bis die Schweiz mit dem Waadtländer Sébastien Buemi (Toro Rosso) zu Beginn dieser Saison wieder einen Fahrer in der Formel 1 stellen konnte. Nun sind gleich zwei Cockpits mit (West-)Schweizer Piloten besetzt, was letztmals vor 29 Jahren der Fall war. 1980 sass Clay Regazzoni bis zu seinem schweren Unfall in Long Beach, nach dem er bis zu seinem Tod im Dezember 2006 an den Rollstuhl gefesselt war, am Steuer eines Ensign-Ford und stand Marc Surer bei bei ATS-Ford unter Vertrag.

Der Aufstieg des in Genf geborenen Grosjean vom Test- zum Stammfahrer in der Formel 1 ist der letzte und logische Schritt einer Karriere, die seit Jahren von Renault gelenkt und gefördert wird. Der schweizerisch-französische Doppelbürger entschied nach seinem Wechsel vom Kart- in den Formel-Sport im Jahre 2003 gleich die Schweizer Formel-Renault-Meisterschaft für sich; in zehn Rennen blieb er ungeschlagen.

Zwei Saisons später hatte Grosjean den Entscheidsträgern der Rennabteilung des Konzerns als Gesamtsieger der französischen Formel Renault endgültig seine Visitenkarte als grosses Talent hinterlegt. Wiederum zwei Jahre danach stand er auch am Ende der F3- Euroserie ganz oben. Sein Premierenjahr (2008) in der GP2-Serie schloss er als Vierter ab, im asiatischen Pendant der als wichtigste Vorstufe zur Formel 1 angesehenen Meisterschaft wurde er ebenfalls im Vorjahr viermal als Sieger abgewinkt und sicherte sich vor Buemi überlegen Platz 1 in der Schlusswertung.

Der 23 Jahre alte, mit französischer Lizenz ausgestattete Grosjean war auch in der laufenden Saison bislang in der GP2-Serie tätig. Im Gesamtklassement, das er lange Zeit angeführt hat, liegt er nach 12 von 20 Rennen an 2. Stelle hinter dem Deutschen Nico Hülkenberg.

Angetan vom Können des Westschweizers ist auch Flavio Briatore. «Er ist ein beeindruckendes Talent. Wir erwarten, dass er seine Fähigkeiten zeigt», sagte der Teamchef. «Ich bin stolz, dass Renault mir die Chance gibt, in der Formel 1 zu fahren. Es ist eine Ehre, Teamkollege von Fernando Alonso zu sein. Mein Debüt an der Seite eines zweifachen Weltmeisters bestreiten zu dürfen motiviert mich zusätzlich», sagte der Romand, der als 24. Schweizer in der Formel 1 zum Einsatz kommen wird. Grosjeans bisherige Rolle als Ersatzfahrer übernimmt der «hauptamtlich» ebenfalls in der GP2- Meisterschaft engagierte Brasilianer Lucas Di Grassi. (si)

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