Aktualisiert 07.01.2008 11:47

Gross-Demo auf dem Bundesplatz

Rund 1500 Personen haben am Donnerstagmorgen auf dem Bundesplatz die neue Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf gefeiert. Es war eine links-grüne und feministische Solidaritätskundgebung für die SVP-Frau. Blocher-Anhänger liessen sich nicht blicken.

Aufgerufen von SP und Frauenorganisationen fanden sich die ersten Sympathisantinnen und Sympathisanten der designierten Bundesrätin bereits gegen 7 Uhr auf dem Bundesplatz ein. Frauen klebten mit Alufolie ein grossflächiges Venussymbol, Kennzeichen der Frauenbewegung, auf Valser Gneis des Bundesplatzes.

Erinnerungen an Brunner-Demo

Gegen acht Uhr füllte sich der Platz laut Angaben der Stadtpolizei Bern mit gegen 1500 Personen. «Eveline - sag ja!», «Für eine dritte Frau im Bundesrat», stand auf Transparenten zu lesen, Fahnen von SP, Gewerkschaften und Grünen und auch einige Bündnerfahnen wurden geschwenkt. Erinnerungen an die Proteste nach der Nichtwahl von SP-Bundesratskandidatin Christiane Brunner 1993 wurden wach.

Gespannt lauschten die Demonstranten, als Widmer-Schlumpf nach 8 Uhr zu ihrer Erklärung ansetzte - ihre Ansprache wurde mit Lautsprechern live auf den Bundesplatz übertragen. Als klar war, dass die Bündnerin die Wahl annimmt, brach lauter Jubel aus. Der Rest von Widmer-Schlumpfs Ausführungen ging darin unter.

Grossaufgebot der Polizei

Bereits vor der Kundgebung war das Bundeshaus mit Gitterzäunen hermetisch abgeriegelt worden, die Bundesgasse wurde abgesperrt. Die Stadtpolizei Bern war mit einem Grossaufgebot präsent, sie wurde dabei von Polizisten des Polizeikonkordats Nordwestschweiz unterstützt.

Die Kundgebung verlief nach Angaben einer Polizeisprecherin friedlich. Ein Demonstrant wurde für eine Personenkontrolle vorübergehend festgenommen.

Der Stadtberner Polizeidirektor Stephan Hügli (FDP) war auf dem Bundesplatz ebenfalls präsent. Man habe aus Erfahrungen gewisse Lehren gezogen, sagte er. «Ich habe versprochen, dass Bilder wie am 6. Oktober in Bern nie mehr zu sehen sein sollen. Deshalb haben wir entsprechende Vorkehrungen getroffen».

Video: Maurice Thiriet, 20minuten.ch

Video: Maurice Thiriet, 20minuten.ch

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.