Traurige Nati-Girls: Grossartiges Solo und ein umstrittener Penalty
Aktualisiert

Traurige Nati-GirlsGrossartiges Solo und ein umstrittener Penalty

Den Schweizerinnen wird zum Auftakt der Frauen-WM ein Penalty zum Verhängnis. Das 0:1 gegen Japan ist eine unnötige Niederlage – die Nati liess zahlreiche Chancen ungenutzt.

von
als
1 / 25
Montag, 22. JuniDie Schweizerinnen unterliegen Kanada im Achtelfinal 0:1. Damit ist das Turnier für die Eidgenossinnen beendet.

Montag, 22. JuniDie Schweizerinnen unterliegen Kanada im Achtelfinal 0:1. Damit ist das Turnier für die Eidgenossinnen beendet.

AP/Darryl Dyck
Die Kanadierinnen hingegen dürfen an der Heim-WM weiterhin auf den grossen Coup hoffen.

Die Kanadierinnen hingegen dürfen an der Heim-WM weiterhin auf den grossen Coup hoffen.

AP/Darryl Dyck
Mangelnden Einsatz kann man den Schweizerinnen nicht vorwerfen.

Mangelnden Einsatz kann man den Schweizerinnen nicht vorwerfen.

AP/Jonathan Hayward

Schade, wirklich schade! Die Schweizerinnen verlieren zum WM-Auftakt gegen die Titelverteidigerinnen aus Japan knapp 0:1. Angreiferin Ramona Bachmann, die diverse Grosschancen ausliess, war enttäuscht, weil die Schweizer Nati in Vancouver eine ausgezeichnete Partie zeigte – vor allem in der zweiten Halbzeit: «Wir waren heute die bessere Mannschaft», stellt die 24-Jährige fest.

Den einzigen Gegentreffer musste die Schweizer Keeperin Gaëlle Thalmann vom Penaltypunkt hinnehmen. Einen Elfmeter, den die 29-jährige Torhüterin des MSV Duisburg selbst verschuldet hatte. Thalmann stürmt in der 29. Minute aus dem Tor heraus und kann den Abschluss von Kozue Ando zwar vereiteln, die Keeperin touchiert beim Herausstürmen aber nicht nur den Ball, sondern räumt die Japanerin Ando unsanft aus dem Weg.

Ramona Bachmann zum Entscheid: «Meine Torhüterin hat mir gesagt, dass es kein Penalty ist. Ich glaube ihr», sagte die Angreiferin kurz nach der Partie gegenüber dem SRF. Sie werde sich aber die Wiederholung anschauen.

Bachmanns Traumsolo

Bachmann hatte das Unentschieden oder gar den Sieg gegen die Weltmeisterinnen auf dem Fuss. Die Luzernerin vergab diverse Grosschancen, unter anderem in der Nachspielzeit in aussichtsreicher Position. Zu reden gab aber vor allem ihr unwiderstehliches Solo. Kurz nach der Mittellinie schnappt sich die 24-Jährige den Ball und zündet auf der linken Seite den Turbo.

Bachmann zieht nach Innen, vernascht mit einer Rechts-links-Täuschung die erste Verteidigerin und führt das Gleiche bei der nächsten Gegnerin gleich noch einmal vor. Dann scheint sie freie Bahn zu haben – bis noch eine Japanerin dazwischengrätscht. Bachmann ist es hoch anzurechnen, dass sie sich in dieser Szene kurz vor dem Fünfmeter-Raum nicht fallen lässt.

Tränen nach dem Spiel

Nach den überstandenen Interventionen der Japanerinnen hat Bachmann nur noch die Torhüterin vor sich. Sie will sie umkurven, legt sich dabei aber den Ball zu weit vor. Bachmann kriegt ihn zwar noch vor dem Toraus, rutscht dann aber unglücklich weg. Bachmann hat auch die letzte Schweizer Torchance auf dem Fuss. Ihr Abschluss in der Nachspielzeit segelt aber über die Querlatte.

Nach der Partie fliessen bei der 24-Jährigen die Tränen. Nati-Trainerin Martina Voss-Tecklenburg, die von einem starken Auftritt ihrer Nati-Girls sprach, und ihre Teamkolleginnen spendeten Bachmann Trost.

Deine Meinung